Dozent Daniel Pulte (links) mit den Teilnehmern. Landkreis

Dozent Daniel Pulte (links) mit den Teilnehmern. Landkreis

Landkreis 10.08.2017 Von Die Harke

Traumatisierten Menschen helfen

Fortbildung für Ehrenamtliche mit 21 Teilnehmern beim Landkreis

Der Fachdienst Migration und Teilhabe des Landkreises bietet in regelmäßigen Abständen Fortbildungen für Ehrenamtliche zu unterschiedlichen Themen an. [DATENBANK=5044]Daniel Pulte[/DATENBANK], Mitarbeiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Landkreises, hat jetzt einen Vortrag zu den Themen Trauma-Folgestörungen und Posttraumatisches Belastungssyndrom gehalten. Dabei ging es auch darum, dass die Helfenden die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit kennenlernen. „Der richtige Umgang mit traumatisierten Menschen wird immer wieder als Fortbildungsthema von Ehrenamtlichen nachgefragt, die Geflüchtete begleiten“, teilt die Kreisverwaltung mit: „Pulte hat sich durch traumapädagogische Fortbildungen ein fundiertes Wissen über den Umgang mit traumatisierten Geflüchteten angeeignet und steht auch allen Kommunen als Fachmann zur Verfügung.“ 21 Teilnehmer haben sich den Vortrag angehört.

„Ein Trauma ist kein Hexenwerk, sondern eine Verletzung der Seele“, sagt Pulte: „Es handelt sich erst einmal um eine akute Reaktion auf extremen Stress, die dann dazu führen kann, dass Betroffene diese später mit verschiedenen körperlichen und geistigen Mechanismen verarbeiten.“

Einige Verhaltensweisen traumatisierter Menschen würden von außen betrachtet keinen Sinn ergeben, sagt Pulte. Im Zusammenhang mit der jeweiligen Lebensgeschichte hätten diese Handlungen aber durchaus ihre eigene Logik.

Manchmal gehe es in erster Linie auch darum, mit betroffenen Menschen einen Weg zu finden, wie sie im Alltag zurechtkommen und dadurch wieder handlungsfähig werden, sagt Pulte: „Über das Erlebte zu sprechen, kann für die Betroffenen außerordentlich entlastend sein.“

Solche Gespräche können jedoch die Helfenden überfordern. „Ehrenamtliche, die ihre eigene Überforderung ignorieren, können Zugewanderte nicht langfristig unterstützen und gefährden ihre eigene Gesundheit“, sagt [DATENBANK=4434]Claudia Eckhardt[/DATENBANK] vom Fachdienst Migration und Teilhabe: „Deshalb bieten wir auf Anfrage für Ehrenamtliche in den Kommunen Reflexionsgespräche und die Trauma-Fortbildung an.“ [DATENBANK=4754]Freya Lask[/DATENBANK] weist in diesem Zusammenhang auf die Homepage des Landkreises und den monatlich erscheinenden Newsletter hin, in dem alle Veranstaltungen und Angebote des Fachdienstes zum Thema Integration aufgeführt werden.

Für die Beantwortung von Fragen bezüglich der Arbeit mit Geflüchteten stehen Claudia Eckhardt unter Telefon (0 50 21) 96 76 06 und Freya Lask unter (0 50 21) 96 76 89 zur Verfügung.

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Erstellt:
10. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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