Triebfeder Bergen-Belsen

Triebfeder Bergen-Belsen

Ulrike Kassube hat sich immer für Menschen eingesetzt, zum Wohl anderer und das stets völlig uneigennützig. Vor etwa einer Woche verstarb die Markloherin völlig überraschend.

Ulrike Kassube ist gestorben. Vor rund einer Woche erlag die Markloherin für viele völlig überraschend einem Krebsleiden.

Im November vergangenen Jahres hatte die 76-Jährige das Bundesverdienstkreuz bekommen. Für ihr Lebenswerk. Langjähriges Engagement in Gemeinde und Samtgemeinde, Mitglied im Kreistag, Gründerin der Bürgerstiftung im Landkreis Nienburg, des Runden Tisches gegen Rassismus und rechte Gewalt, Initiatorin des Elisabeth-Weinberg-Preises und in den letzten Jahren Unterstützung der Menschen, die auf der Flucht vor Armut und Gewalt im Landkreis Nienburg gestrandet sind.

Die Liste ihrer Verdienste – immer zum Wohl anderer und stets völlig uneigennützig – ist lang. Ihre Triebfeder war der Film über die Befreiung Bergen-Belsens, den sie als 16-Jährige gesehen hat, berichtete Ulrike Kassube anlässlich der Bundesverdienstkreuz-Verleihung.

Den aktuellen Verfassungsschutzbericht hätte sie mit großer Sorge zur Kenntnis genommen. Und auch den Bericht von WABE-Sprecher Rudi Klemm, der bei einem Treffen mit Bundesjustizministerin Lamprecht am Donnerstag in Nienburg berichtete, dass es im Landkreis Nienburg durchaus rechte Aktivitäten gibt.

Ein Beweis dafür sei die Bedrohung von Estorfs – mittlerweile zurückgetretenem – Bürgermeister Arnd Focke, ein weiteres Indiz für rechte Aktivitäten sei das Wirken völkischer Siedler im Süden des Kreises Nienburg.

Vom NABU kam am Freitag die Nachricht, dass mit Gerhard Rösler ein weiterer hoch verdienter Kreis-Nienburger gestorben ist. Rösler war einer der besten Kenner der Nienburger Vogelwelt. Er hat schon früh erkannt, wie sich Natur und Umwelt bei uns verändern, schrieb Klaus Hellmund in seinem Nachruf.

„Bei einem Spaziergang spricht es sich einfach besser“, weiß auch Myriam Stegemann aus ihrer Tätigkeit für die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen. Stegemann ist schon kurz nach dem Corona-Lockdown dazu übergegangen, sich mit Frauen, die ihre Hilfe brauchten, zum Spazierengehen zu verabreden. Gewalt kennt kein Alter und hat viele Gesichter. K.o.-Tropfen, Mobbing per WhatsApp, Gewalt unter der Geburt, Gewalt in der Pflege ... Auch hier ist die Liste lang.

Dass Corona Kreativität freisetzt, beweist die Info von Heike Möhlmann. Die Chöre „ChorDavor“ und „Liedschlag“ haben ihre Übungsstunden auf das weitläufige Areal des Holtorfer Freibades verlegt. Chorgesang zwischen Wasserballern und Badegästen: klingt gut, oder?