Der Inzidenzwert des Landkreises ist bisweilen trügerisch, weil nicht flächendeckend identisch. Grafik: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Der Inzidenzwert des Landkreises ist bisweilen trügerisch, weil nicht flächendeckend identisch. Grafik: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Nienburg 23.04.2021 Von Holger Lachnit

Trügerische Inzidenz

Guten Tag – ein Kommentar

Der Inzidenzwert ist ein extrem wichtiger Faktor, wenn es darum geht, das Coronageschehen zu bewerten. Auch der Bundes-Lockdown orientiert sich daran. Doch dass der Inzidenzwert durchaus trügerisch sein kann, zeigt der benachbarte Heidekreis.

Dort beträgt der rechtlich-bindende Inzidenzwert des Landes-Gesundheitsamts 91,0. Das Infektionsgeschehen müsste dort also vergleichsweise entspannt sein. Dennoch hat der Corona-Krisenstab des Heidekreises am Mittwoch entschieden, in der Samtgemeinde Schwarmstedt die Kindertagesstätten zu schließen und die Schüler in den Distanzunterricht zu schicken.

Der Grund dafür ist, dass in der Samtgemeinde Schwarmstedt eine Inzidenz von 322 herrscht. Auch die Kommunen Ahlden (213), Bad Fallingbostel (148) Walsrode (132), Rethem (125) und Osterheide (107) weisen hohe Inzidenzen auf. Da aber Schneverdingen (74), Soltau (33), Bispingen (31), Neuenkirchen (0) und Wietzendorf (0) niedrige Werte verzeichnen, kommt eine Gesamt-Inzidenz von 91,0 zusammen.

Ähnlich, wenn auch nicht so extrem, stellt sich die Situation im Landkreis Nienburg dar: Am Mittwoch gab es hier 287 aktive Fälle. Beinahe die Hälfte davon (123) stammen aus der Stadt Nienburg, gefolgt von Rehburg-Loccum (28), Uchte (20), Eystrup (14), Liebenau (13) und Stolzenau (10). Alle anderen Kommunen liegen im einstelligen Bereich. 24 Gemeinden verzeichnen aktuell sogar weniger als fünf aktive Coronafälle.

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Erstellt:
23. April 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
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Tim pabsch 23.04.202111:06 Uhr

Bei ungefähr 31.500 Einwohnern für die Kommune Nienburg (inkl. Erichshagen (Flecken), Holtorf und Langendamm) und aktuell 131 aktiven Fällen ergibt sich eine Inzidenz von 415 !
Es zeigt sich also ein deutlicher Hotspot. Nicht erst seit wenigen Tagen.
Wieso in diesem Kontext nicht viel früher gehandelt wurde und zudem noch krampfhaft das Thema Modellregion mit Öffnungsszenarien diskutiert wurde, erschließt sich mir leider überhaupt nicht.

Horst Papenhausen 27.04.202111:19 Uhr

Leider liegt in diesem Kommentar ein gravierender Rechenfehler vor. Die Inzidenz der Stadt Nienburg wird nicht über den Wert aktuell infizierter Menschen ermittelt, sondern über die Differenz der infizierten Menschen über den Zeitraum von 7 Tagen. Also Wert heute 27.04. minus Wert vom 20.04. dividiert durch 31.500 multipliziert mit 100.000 gleich Inzidenz. Damit ist der im Kommentar genannte Inzidenzwert utopisch falsch.


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