Paul Hill/Fotolia

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Nienburg 13.12.2018 Von Andreas Wetzel

Trunkenheit: Verfahren eingestellt

22-Jährige floh alkoholisiert aus der Wohnung eines Bekannten

Eine 22-jährige Liebenauerin musste sich wegen Trunkenheit im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten. Sie war Ende Juli mit Blutalkohol von 1,13 Promille mit ihrem Auto angehalten worden. Dennoch wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 150 Euro eingestellt. Die Frau hatte sich damals bei einem Bekannten aufgehalten und Alkohol getrunken. Im Laufe des Abends seien ihr Bekannter und ein anderer junger Mann auf die Idee gekommen, gemeinsam intim zu werden. Zunächst erschien der Frau die Idee gut, mit zunehmender Zeit kamen ihr jedoch immer mehr Zweifel, sodass sie entschied, doch nicht mitzumachen.

Darüber war ihr Bekannter derart erbost, dass er die Frau schlug und ihr Autoschlüssel und Handy zunächst wegnahm, um sie sei am Verlassen der Wohnung zu hindern. Schließlich gelang es der Angeklagten, an ihren Autoschlüssel zu kommen und die Wohnung zu verlassen. Sie fuhr einige 100 Meter weit und verständigte dann ihre Mutter, die mit ihr ins Krankenhaus fuhr. Von dort wurde die Polizei verständigt, was jedoch für die junge Frau zur Folge hatte, dass ihr eine Blutprobe entnommen und das Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet wurde.

Das Gericht erklärte, Notwehr käme nicht in Betracht, da das verletzte Rechtsgut „Straßenverkehr“ sei, es sei aber rechtfertigender oder entschuldigender Notstand anzuwenden. Auf Vorschlag des Gerichtes wurde das Verfahren gegen Zahlung der Geldauflage eingestellt, nachdem sich alle Verfahrensbeteiligten damit einverstanden erklärt hatten.

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Erstellt:
13. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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