Andrea Marquardt, Vertreterin des Direktors der Polizeiakademie Niedersachsen, und Polizeidirektor Henning-Dreyer mit Studienbeginnern in der Aula der Akadamie. Foto: Polizeiakademie

Andrea Marquardt, Vertreterin des Direktors der Polizeiakademie Niedersachsen, und Polizeidirektor Henning-Dreyer mit Studienbeginnern in der Aula der Akadamie. Foto: Polizeiakademie

Nienburg 17.05.2020 Von Die Harke

Türen ein Stück weit wieder geöffnet

Wie die Polizeiakademie trotz des Coronavirus ausbildet: „Von Normalbetrieb kann noch längst keine Rede sein“

Seit dem 16. März war an den Standorten der Polizeiakademie Niedersachsen der reguläre Studien- und Akademiebetrieb wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt, auch in Nienburg.

„Durch ein schnelles Umschwenken auf digitale Lehre konnten in den letzten sieben Wochen sehr viel Studieninhalte vermittelt werden, immerhin wurden bis dato auf diesem Wege mehrere Tausend Unterrichtsstunden onlinebasiert abgehalten“, teilt die Polizeiakademie mit.

Zudem seien Ende März 250 Studierende zum erfolgreichem Studienabschluss gebracht und in die Polizeidirektionen versetzt sowie am 1. April knapp 200 neue Studierende eingestellt worden.

„Ziel der Polizeiakademie war und ist es, die aktuell rund 3700 Polizeistudierenden möglichst im Rahmen der Regelstudienzeit von drei Jahren erfolgreich durch das Studium zu bringen, um so den personellen Nachersatz für die niedersächsische Polizei sicherzustellen“, heißt es weiter. Seit dem Aussetzen der Präsenzunterrichte stand für die Polizeiakademie Niedersachsen die Frage im Fokus der Überlegungen und Planungen, wann und wie wieder in den Präsenzbetrieb übergegangen werden kann.

Seit Anfang Mai ist die Polizeiakademie sukzessive zu einem präsenzbasierten Lehrbetrieb zurückgekehrt. Die Einrichtung startete an den drei Standorten zunächst mit ausgewählten Studiengruppen aus zwei Einstellungsjahrgängen, darunter die neuen Kommissaranwärterinnen und -anwärter, die am 1. April präsenzfrei ihr Studium bei der Polizeiakademie begonnen haben. Sie konnten nach fünf Wochen Onlinevorlesungen nun erstmals ihren Studiencampus betreten.

Die Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs erfolgt mit insgesamt zwölf Studiengruppen (rund 300 Studierende) an den drei Studienorten der Polizeiakadmie in Nienburg, Oldenburg und Hann. Münden. In den nächsten Wochen soll der Betrieb dann ausgeweitet werden und auch wieder den Standort Lüchow mit einbeziehen, wo praktische Polizeitrainings stattfinden. Da der Polizeiberuf eben nicht nur kognitive Kompetenzen, sondern auch praktische Fertigkeiten und körperliche Fähigkeiten erfordert, liegen insgesamt die Schwerpunkte bei Wiederaufnahme des Betriebs in den praktischen Trainings, die nicht in der digitalen Welt, sondern nur durch körperliche Anwesenheit machbar sind.

Trainingseinheiten mit direktem Körperkontakt werden aus Gründen des Infektionsschutzes jedoch weiterhin ausgesetzt. Die Polizeiakademie hat einen umfassenden Hygieneplan mit umfangreichen Schutzmaßnahmen und Verhaltenshinweisen erstellt. Danach zu handeln wird ein wesentlicher Baustein zum Erfolg sein. Aufgrund der hohen Anforderungen an den Infektionsschutz wird die schrittweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs zudem unter ständiger Neubewertung der Situation erfolgen. Von einer Rückkehr zum Normalbetrieb kann insofern bei weitem noch nicht die Rede sein.

Da die onlinebasierte Vermittlung der theoretischen Studieninhalte erheblich zur personellen Entzerrung und damit zur Reduzierung der Personenanzahl in den Liegenschaften beiträgt, wird die Polizeiakademie diese Form der Lehrstoffvermittlung in der nächsten Zeit weiterhin intensiv nutzen.

„Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Stammpersonal wie Studierende, steht bei der sukzessiven Öffnung unserer Akademie selbstverständlich an erster Stelle“, betont Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit viel Engagement, Einsatz, zum Teil auch Improvisationsvermögen und Kreativität, dafür gesorgt, dass wir am Montag unsere Türen – wenn auch zumindest nur ein Stück weit – wieder öffnen können. Mit den sehr umfangreichen und auf unsere konkrete Studiensituation zugeschnittenen Hygienemaßnahmen haben wir eine solide Grundlage für ein Studium in Corona-Zeiten geschaffen“, so Rose.

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Erstellt:
17. Mai 2020, 16:58 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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