Die Twitter-App auf dem Bildschirm eines Smartphones. Foto: Martti Kainulainen/Lehtikuva/dpa

Die Twitter-App auf dem Bildschirm eines Smartphones. Foto: Martti Kainulainen/Lehtikuva/dpa

San Francisco 12.06.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Twitter entfernt chinesische Propaganda-Accounts

Twitter hat nach eigenen Angaben mehr als 170.000 angeblich im Interesse der chinesischen Regierung gesteuerte Propaganda-Accounts von seiner Plattform entfernt.

Bei der Aktion seien 23.750 Nutzerkonten entdeckt und beseitigt worden, die sich in hohem Maße bei der Verbreitung von Fehlinformationen engagiert hätten, teilte der Kurznachrichtendienst am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Konten seien größtenteils früh erkannt und entfernt worden.

Zudem habe Twitter rund 150.000 Accounts stillgelegt, die Nachrichten durch Retweets und Likes weiterverbreitet und Nachdruck verliehen haben sollen, die angeblich der Agenda von Chinas Regierung dienten. Bei den Inhalten sei es etwa um die Proteste in Hongkong oder die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gegangen. Es wurden auch dubiose Nutzerkonten beseitigt, die Twitter russischen und türkischen Regierungsinteressen zuschrieb - aber in deutlich geringerem Ausmaß.


Die Sprecherin des Pekinger Außenministeriums, Hua Chunying, wies die Vorwürfe vor Journalisten zurück. China sei selbst „das größte Opfer von Falschinformationen“. Unter Hinweis auf die Pandemie stellte die Sprecherin auch die Frage, ob Twitter denn auch jene Konten schließe, „die China mit bösartigen Gerüchten verunglimpfen“. „Wenn Twitter wirklich etwas anders machen will, dann sollten eigentlich jene Konten geschlossen werden, die organisierte und koordinierte Angriffe auf China führen und es diskreditieren.“

Twitter versucht schon länger, Nutzerkonten - insbesondere gefälschte und von Bots gesteuerte Profile - auszumisten, die Propaganda, Hetze oder Spam verbreiten. Zuletzt geriet Twitter dabei auch mit US-Präsident Donald Trump aneinander, der die Plattform als wichtigen Kommunikationskanal nutzt. Twitter unterzog einen Tweet von Trump einem Faktencheck und zog damit dessen Zorn auf sich. Die Sperrung eines Wahlkampfvideos sorgte danach für weiteren Ärger.

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Erstellt:
12. Juni 2020, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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