Helmut (hier mit Berner Sennenhund Tillmann) ist an Leukämie erkrankt. Foto: DKMS

Helmut (hier mit Berner Sennenhund Tillmann) ist an Leukämie erkrankt. Foto: DKMS

Hämelhausen 13.12.2019 Von Sebastian Schwake

Typisierungsaktion: Zammbo braucht dringend Hilfe

Typisierungsaktion für erkrankten 53-Jährigen am Sonntag in Hämelhausen

An einen normalen Alltag ist nicht mehr zu denken. Helmut aus Hämelhausen hat Blutkrebs. Eine Stammzellenspende ist seine einzige Überlebenschance. Bislang war die bundesweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos – sie ist aber nicht aussichtslos.

Helmuts Freunde haben deswegen eine Typisierungsaktion ins Leben gerufen. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann helfen und sollte an diesem Sonntag zwischen 11 und 15 Uhr in das Sportheim Hämelhausen kommen, um sich als potenzieller Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen.

Angefangen hat alles mit einer Erkältung. Dann setzten plötzlich Atembeschwerden ein. Mitte Oktober schließlich musste seine Frau Gisela einen Rettungswagen alarmieren.

Über das Krankenhaus Nienburg ging es nach Hannover in die MHH. Am 16. Oktober gab es schließlich die schockierende Diagnose: akute Leukämie. „Da brach für uns eine Welt zusammen“, sagt sie.

Es hilft nur noch ein Stammzellspender. Die nächsten Wochen gab es Chemotherapie. Mittlerweile gehe es ihrem Mann den Umständen entsprechend gut. Das Ehepaar ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft im Ort. „Der Zusammenhalt, diese Hilfsbereitschaft rührt uns sehr“, sagt die Frau des 53-Jährigen.

„Unser Helmut, die meisten nennen ihn Zammbo, ist aus unserem Dorf nicht wegzudenken. Seine Zeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, Freunden und dem Treckerclub. Er ist lebensfroh, hilfsbereit und immer zur Stelle. Jetzt braucht Helmut unsere Hilfe!“ – mit diesem Appell rufen seine Familie und die Organisatoren um Denise Castens und Julia Mayer für die Typisierungsaktion auf. Die Diagnose habe sein Leben völlig auf den Kopf gestellt, doch er will kämpfen, um die tödliche Krankheit zu besiegen.

„Ich kenne Zammbo von klein auf. Als ich Ende Oktober von der Diagnose erfahren habe, war ich schockiert, dachte aber sofort – da muss ich helfen“, erzählt Denise Castens.

In Julia Mayer fand sie schnell eine Mitstreiterin. Bei den beiden liefen nach dem Einverständnis von Helmut die Fäden für die Typisierungsaktion zusammen, und im Dorf rollte eine große Welle der Hilfsbereitschaft an.

„Das Dorf hält zusammen, das war uns vorher bewusst“, erzählt Denise Castens. Schnell hatten die beiden Initiatorinnen mehr als 30 Helfer an der Hand, die am Sonntag für einen reibungslosen Ablauf sorgen werden. Von Hämelhausen schwappte die Welle der Hilfsbereitschaft schnell auf die umliegenden Dörfer über.

„Viele Menschen wollen kommen, auch aus den umliegenden Dörfern“, sagt Denise Castens, die sich über viele Spenden freut: Würstchen, Getränke, Kuchen, Torten und Suppe. Alles wird kostenfrei für die Besucher angeboten. Eine Firma hat ihre Mitarbeiter aufgerufen, sich registrieren zu lassen und den Mitarbeitern zugesagt, dass sie die Kosten für die Typisierungsaktion übernehmen werde. Jede Registrierung kostet 35 Euro.

Am Sonntag können sich Besucher kostenlos registrieren lassen. Spenden sind aber jederzeit willkommen. „Zammbo ist immer hilfsbereit, für jeden im Dorf da. Jetzt ist es an der Zeit, auch mal etwas für ihn zu tun. Die Spendenbereitschaft ist groß. Das freut uns und dafür danken wir“, sagt Denise Castens.

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Erstellt:
13. Dezember 2019, 17:50 Uhr
Lesedauer:
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