UEFA Nations-League: Macht das Turnier der Nationen überhaupt Sinn?
Nyon 27.06.2022 Von Alan Smithee

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UEFA Nations-League: Macht das Turnier der Nationen überhaupt Sinn?

Nachdem der europäische Fußball in die Sommerpause gestartet ist und sich Klubs nun nach Verstärkungen auf dem Transfermarkt umsehen, gibt es für Fußballfans derzeit nur wenige spannende Partien zu sehen. Dank der UEFA Nations-League wird immerhin noch ein wenig Fußball übertragen, sodass man die Sommerpause mit einigen Partien überstehen kann.

Bereits vor der ersten Austragung des Turniers wurde Kritik laut. Im Grunde genommen wurde die Nations-League ins Leben gerufen, um den Teams eine gute Vorbereitung auf kommende Turniere bieten zu können. Freundschaftsspiele zwischen unterschiedlichen Nationalmannschaften sollen dadurch zur Vergangenheit gehören. Auch in diesem Jahr fragen sich wieder viele Zuschauer, ob die Mannschaften dieses Format überhaupt ernstnehmen.

Bestes Beispiel? – der amtierende Champion aus Frankreich. In Gruppe 1 aus Liga A tritt man gegen Österreich, Dänemark und Kroatien um das Weiterkommen in die Finalrunde an. Derzeit liegt das Team abgeschlagen auf dem letzten Platz und konnte noch keine Partie für sich entscheiden. Auch die deutsche Nationalmannschaft scheint nicht mit der Nations-League glücklich zu werden. Nach drei Partien stehen drei Unentschieden auf dem Tabellenbogen.

Wir wollen nun einen Blick auf die Nations-League Pros und Contras werfen. Lohnt sich dieses Turnier überhaupt für die Mannschaften und Fans oder handelt es sich dabei um eine Schnapsidee, wie der einstig geplanten „Super League“ des europäischen Fußballs?

Eine perfekte Vorbereitung auf die WM 2022 in Katar?

Im November 2022 startet erstmalig in der Geschichte des Fußballs eine Weltmeisterschaft. Im Jahresendspurt werden sich dabei die besten Nationalteams aus aller Welt gegenüberstehen und um den goldenen Pokal kämpfen. Viele Experten sind der Meinung, dass die Nations-League die ideale Vorbereitung für die Nationalmannschaften sei.

Für Oliver Bierhoff, den Nationalmannschaftsdirektor, hat die Nations-League stark an Bedeutung gewonnen. So tritt Deutschland in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft unter anderem zwei Mal gegen Italien, England und Ungarn an. Für den neuen Bundestrainer „Hansi Flick“ ist dies eine Bewährungsprobe und wird aufzeigen, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet. Sofern die Nations-League für Deutschland keine positiven Schlüsse ergibt, kann nachjustiert werden, sodass wir ein Vorteil bereits ausfindig gemacht haben.

Freundschaftsspiele waren zumeist nicht aussagekräftig

Bevor die UEFA Nations-League an den Start ging, konnte man sich als Fußballfan oftmals Partien zwischen Deutschland und kleineren Nationen ansehen. Natürlich war ein hohes Ergebnis dabei immer sehr unterhaltsam. Dennoch waren solche Partien in der Regel nicht sehr aussagekräftig, da die Kräfteverhältnisse enorm unterschiedlich waren.

Aufgrund der Ligaeinteilung in der Nations-League, warten starke Gegner auf das deutsche Team, sodass eine perfekte Vorbereitung gespielt werden kann.

Die Verletzungsanfälligkeit der Spieler ist das große Aber

Nachdem die Bundesliga beendet wurde und der FC Bayern München die Schale präsentierte, ging es für einige Kicker in den wohlverdienten Urlaub. Andere hingegen mussten zur Nationalmannschaft anreisen und binnen 10 Tagen vier Spiele absolvieren. Nach einer langen Saison für einige Teams, könnte dies zu einem erhöhten Verletzungsrisiko der Spieler beitragen.

Ausreichend Turniere sorgen für Kritik an der Nations-League

Die Europameisterschaft, Champions- und Europa-League, Conference League und dazwischen noch irgendwo der UEFA Supercup. Ausreichend Turniere der UEFA gibt es alle Male. Bereits vor dem Start der Nations-League wurde deshalb diskutiert, ob nicht irgendwann einmal Schluss sein sollte.

Nicht nur die Spieler leiden unter den zahlreichen Turnieren, welchen sie ausgesetzt sind. Auch Fußballfans verspüren immer weniger Lust, alle Wettbewerbe zu verfolgen. Inzwischen verliert man sogar leicht den Überblick, wenn man immer Up-to-Date sein möchte.

Selbst Jürgen Klopp, ehemaliger BVB-Trainer und nun in Liverpool tätig, hält nicht viel von der Nations-League und sagte: „Ich denke immer noch, dass das eine der lächerlichsten Ideen in der Welt des Fußballs ist.“ Mit der Nations-League starte ein Turnier, welches niemand brauch. Viel mehr sollten die Wünsche der Spieler in Betracht gezogen werden, welche sich nach einer langen Vereinssaison erholen möchten, bevor es in den Regelbetrieb und die Winter-WM geht.

Die derzeitigen Favoriten auf den Nations-League Sieg

Wie bereits erwähnt, kommt es uns als Zuschauer oftmals so vor, dass ein Team die Nations-League nicht wirklich ernstnimmt. Bei einem Blick auf die Wettanbieter, welche auf wettnation.de aufgelistet werden, zeigt sich, dass die Niederlande derzeit der Top-Favorit auf den Sieg der Nations-League ist. Auch Spanien, Deutschland und Portugal werden hohe Chancen auf den Gesamtsieg der Liga A ausgerechnet.

Am Ende bleibt jedoch die große Ungewissheit, ob ein Team wirklich alle Mittel in den Ring wirft, um den Titel mit nach Hause nehmen zu können.

Unser Fazit zu den Pros und Contras der Nations-League

Vielleicht mag es Sinn ergeben, in diesem Jahr eine „Mini-EM“ auf die Beine gestellt zu haben. Mit der Nations-League erhalten die teilnehmenden Nationalteams einen Einblick auf ihren derzeitigen Stand und können nachjustieren.

Dennoch sollte man mit dem größten Gut des Fußballs, den Profikickern, behutsamer umgehen. Nach einer langen Vereinssaison können vier Spiele in zehn Tagen zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen, sodass die WM 2022 plötzlich in Gefahr ist.

Schlussendlich kann jeder selbst entscheiden, welchen Stellenwert die UEFA Nations-League für ihn hat. Aus der eigenen Sicht können wir sagen, dass die Spiele zwar sehr interessant sind, aber die Kicker ausgelaugt wirken.

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Erstellt:
27. Juni 2022, 12:59 Uhr
Lesedauer:
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