«Ich denke noch immer, dass es nicht passiert. Aber wenn es passiert, wäre es eine Katastrophe»: António Guterres. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archiv

«Ich denke noch immer, dass es nicht passiert. Aber wenn es passiert, wäre es eine Katastrophe»: António Guterres. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archiv

München 18.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

UN-Generalsekretär: Lage bedrohlicher als im Kalten Krieg

Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz hat UN-Generalsekretär António Guterres im Ukraine-Konflikt alle Beteiligten zur Deeskalation aufgerufen. Es gebe keine Alternative zur Diplomatie, sagte Guterres.

„Ich rufe alle Parteien auf, mit ihrer Rhetorik extrem vorsichtig zu sein. Öffentliche Stellungnahmen sollten das Ziel haben, Spannungen zu reduzieren, nicht diese anzuheizen.“

Guterres wies auf die Gefahr einer unkalkulierbaren Eskalation hin. Diese könne auch durch Kommunikationspannen und Fehlannahmen ausgelöst werden. „Oft werde ich gefragt, ob wir uns in einem neuen Kalten Krieg befinden. Meine Antwort ist, dass die Bedrohung der globalen Sicherheit nun komplexer und wohl wahrscheinlich größer ist als in jener Zeit“, sagte Guterres. Im Kalten Krieg habe es zudem Mechanismen zur Risikobewertung und informelle Wege der Prävention gegeben. „Heute existieren die meisten dieser Systeme nicht mehr und die darin geübten Menschen sind nicht mehr da“, sagte er.

„Es wäre eine Katastrophe“

Die russische Truppenkonzentration an der Grenze zur Ukraine und zunehmende Spekulation über einen militärischen Konflikt sehe er mit tiefer Sorge. Guterres: „Ich denke noch immer, dass es nicht passiert. Aber wenn es passiert, wäre es eine Katastrophe.“

In den letzten Jahren sei die Welt komplexer und gefährlicher geworden. Guterres nannte dafür fünf Gründe. Die geopolitische Kluft sei größer und tiefer geworden. Zudem griffen Spannungen größerer Mächte auf weitere, mitunter scheiternde Staaten über. „Früher gab es Putsche alle paar Jahre, im Jahr 2022 gibt es sie alle paar Wochen.“ Drittens gebe es weltweit Terrorgefahren. Dazu feuerten Ungleichheiten, der Klimawandel und die Corona-Pandemie Krisen an. Er bilanzierte fünftens, dass digitale Technologien es immer einfacher machten, schwere Schäden anzurichten.

© dpa-infocom, dpa:220218-99-182845/11

Münchner Sicherheitskonferenz

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Erstellt:
18. Februar 2022, 14:17 Uhr
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