Becky Sauerbrunn von den USA während eines Freundschaftsspiels gegen Portugal. Foto: Matt Slocum/AP/dpa

Becky Sauerbrunn von den USA während eines Freundschaftsspiels gegen Portugal. Foto: Matt Slocum/AP/dpa

Portland 05.10.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

US-Kapitänin fordert Konsequenzen nach Missbrauchs-Bericht

Der in einem Untersuchungsbericht angeprangerte Missbrauch von Fußballerinnen in der US-Profiliga NWSL und der fehlerhafte Umgang damit hat zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Die Portland Thorns gaben bekannt, dass Besitzer Merritt Paulson und die Manager Gavin Wilkinson und Mike Golub sich mit sofortiger Wirkung von allen Entscheidungen in Bezug auf die Mannschaft raushalten würden, bis die Untersuchung der Liga abgeschlossen sei. Zuvor hatte Nationalspielerin Becky Sauerbrunn vor dem Länderspiel der USA gegen England im Wembley-Stadion gefordert, dass niemand seinen Posten behalten dürfe, der daran beteiligt gewesen sei, dass Trainer trotz bekannter Vorwürfe weiter in der Liga hätten arbeiten dürfen. „Ich bin der Meinung, dass jeder Besitzer und Geschäftsführer und Funktionär des US-Verbandes, die die Spielerinnen wiederholt im Stich gelassen haben und dabei versagt haben, uns zu schützen, die sich hinter Paragrafen versteckt und bei dieser Untersuchung nicht voll kooperiert haben, verschwinden müssen", sagte die Kapitänin in London. "Den Spielerinnen geht es nicht gut", sagte sie. "Wir sind entsetzt, untröstlich, frustriert und erschöpft und sehr, sehr wütend." Die ehemalige US-Generalstaatsanwältin Sally Q. Yates hatte in ihrem am Montag veröffentlichten Untersuchungsbericht geschrieben, Missbrauch in der Frauen-Profiliga sei „tief verwurzelt“ - beginnend in den Jugendligen. Die Untersuchung war eingeleitet worden, nachdem die beiden ehemaligen Spielerinnen Sinead Farrelly und Mana Shim Vorwürfe gegen den Trainer der Carolina Courage, Paul Riley, wegen Belästigung und sexueller Nötigung erhoben hatten. Riley hatte zuvor bei den Portland Thorns gearbeitet, die Zusammenarbeit dort wurde nach nur einem Jahr ohne Angaben von Gründen beendet.

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Erstellt:
5. Oktober 2022, 04:56 Uhr
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