Annika Büsching DH

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Uchte, frohe Weihnachten!

In Uchte weihnachtet es zwei Wochen vor dem meteorologischen Sommeranfang sehr: Seit einigen Tagen steht am Ortseingang von Lohhof kommend ein Schild: „Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz am 2. Advent“ ist drauf zu lesen. Vermutlich wartet das Holzgerüst dort auf Abtransport oder Neubestückung durch die Werbegemeinschaft, und doch: Warum nicht? Weihnachten kommt schließlich immer so plötzlich! Tatsächlich sind es bis zum Heiligen Abend nur noch 221 Tage; das „neue“ Jahr hat bereits 138 Tage hinter sich.

Warum rast das Jahr so dahin? Und warum, glaubt man Oma und Opa, verstärkt sich diese Wahrnehmung mit zunehmendem Alter? Die Forschung liefert mehrere Ansätze: Von chemischen Prozessen im Gehirn ist die Rede, auch davon, dass man eine Zeitspanne in Relation zum bisher gelebten Leben setzt. Für eine Dreijährige ist ein Jahr also ein Drittel ihres Lebens, für einen 80-Jährigen ein – sehr viel kürzer wahrgenommenes – Achtzigstel.

Auch das Gedächtnis, so eine weitere Erklärung, spielt eine Rolle: Je mehr besondere Ereignisse in einer bestimmten Zeitspanne stattfinden, umso länger erscheint diese rückblickend. Die erste Lebenshälfte punktet mit dem ersten Kuss, dem Schulabschluss, dem Einstieg ins Berufsleben, Wohnortwechseln, der Familiengründung. Kehren Ruhe und Routine ein – gibt es also weniger Meilensteine – so vergeht die Zeit subjektiv schneller. Der Umkehrschluss: Die „gefühlte Zeit“ lässt sich bremsen: durch neue Reiseziele, ein neues Hobby, neue Bekanntschaften...

Auf geht’s, bis Weihnachten sind für viele neue erste Male noch 31,5 Wochen Zeit!

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Erstellt:
16. Mai 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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