02.06.2013

Uchtes Sportfischer besetzten 3200 Jungaale

Verein investierte 1750 Euro für den vom Aussterben bedrohten europäischen Aal

Uchte. In Uchte erfolgte jetzt die jährliche Besatzmaßnahme von Jungaalen. Es wurden 3200 Jungaale mit einer Länge von zehn Zentimetern und einem Gewicht von zehn Gramm in die Vereinsgewässer, in den Uchter Mühlenbach und in die Landschaftsseen eingebracht. Die Beschaffungskosten für die der Aalbrut betragen 1750 Euro. Die Uchter Angler besetzen seit nunmehr 20 Jahren den Uchter Mühlenbach und seit zwölf Jahren den Landschaftssee mit Aalbrut. „Wir Angler haben bei dieser Maßnahme in erster Linie nicht den anschließenden Fang der ausgewachsenen Aale im Auge, sondern es geht uns auch um Nachhaltigkeit und damit darum, den europäischen Aal vor dem Aussterben zu schützen. Denn die Aalbestände sind in den letzten Jahren erheblich geschrumpft.

Geht man der Frage nach, welches die Gründe für den Rückgang der Aalbestände sind, sind verschiedene Ursachen zu nennen. Sie heißen Verbauung der Flüsse, durch Querbauwerke, Wasserkraftnutzung in Fließgewässern, Parasiten, der zunehmende Kormoranbestand, Glasaalentnahme aus dem natürlichem Kreislauf, Export der Glasaale nach Asien, wo für Kilo-Preise bis 1000 Euro Euro gezahlt werden, und nicht zuletzt die Umweltverschmutzung und der Klimawandel, so die Sportfischer in ihrer Pressemitteilung.

Bis heute sei es nicht gelungen den Aal künstlich fortzupflanzen, so die Uchter weiter. Das Laichgeschäft der Aale findet, nachdem sie als Blankaale (so nennt man laichreife Aale) aus den Süßwassergewässern zurück ins Meer gewandert sind, im südwestlichen Nordatlantik in der Sargassosee statt. Wo genau ist nicht bekannt. Dieses Gebiet ist etwa so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. In diesem Gebiet tauchen die ersten zwei Millimeter großen Jungstadien auf, diese wandern mit dem Golfstrom Richtung Europa. In ihrer dreijährigen Wanderung machen sie noch verschiedene Entwicklungsstadien durch. Ihre Reise ist 5000 bis 6000 Kilometer lang.

Als Glasaale steigen sie in die Fließgewässer auf ,wo die vorgenannten „Rückgangsursachen“ zu bewältigen sind. Sie verbleiben sechs bis zwölf Jahre in den heimischen Gewässern, bis sie als Blankaal zurück in die Sargassosee ziehen, um zu laichen. Jetzt, ausgewachsen, benötigen sie noch fünf bis sechs Monate für den Weg.

In einigen europäischen Ländern besteht bereits ein Fangverbot für Aale. Dennoch wollen die Uchter Angler auch weiterhin für den Aalerhalt kämpfen und kostenaufwendige Besatzmaßnahmen durchführen, betonen sie abschließend. DH

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Erstellt:
2. Juni 2013, 00:00 Uhr
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