Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

Nienburg 13.11.2016 Von Matthias Brosch

Überflüssiger Papp-Becher

Guten Tag

„Ein Moskito kann nichts gegen ein Nashorn ausrichten, aber Tausende Moskitos können das Nashorn dazu bringen, die Richtung zu ändern.“ Mit diesen Worten wurde Jule, 13 Jahre, in einem Werbeflyer für die „50201“-Akademie in Nienburg zitiert, die vorgestern mit 44 Mädchen und Jungen erstmals in Nienburg stattfand. Als ich die Veranstaltung verließ, stolperte ich auf dem Weg durch die Stadt über einen Pappbecher, der auf dem Boden lag. „Coffee to go“ stand drauf. Er bewegte sich aber nicht mehr, der Kaffee war nur in Form von kalten Tropfen zu erkennen – ich hob den Müll auf und warf ihn in die nächste Tonne.

In der Redaktion recherchierte ich. Allein um den deutschen Pappbecher-Bedarf zu befriedigen, müssten jährlich 43 000 Bäume gefällt werden, hinzu kämen 22 000 Tonnen Rohöl, ein Kohlenstoffdioxid-Verbrauch von 83 000 Tonnen für die Becher und rund 28 000 Tonnen für die Deckel sowie 1,6 Milliarden Liter Wasser. Das alles für eine Gebrauchszeit von keiner Viertelstunde, die wahrlich meist keinen Genuss darstellen dürfte.

Im Recyclingkreislauf landen die „Coffee to go“-Becher wohl nur in seltenen Fällen

Und im Recyclingkreislauf landen die „Coffee to go“-Becher wohl ebenfalls nur in seltenen Fällen. Vielmehr wird „auf dem Weg“ entsorgt. Und von Pappe, die biologisch unbedenklich wäre, kann keine Rede sein. Die Standard-Zusammensetzung beinhaltet auch eine dünne Kunststoffbeschichtung, damit das Teil wasserdicht ist. Alles miteinander verschweißt, fällt die Trennung ohnehin schwer. Mit dem Plastikdeckel ist es da einfacher. Aber: Mehrweg-Becher-Systeme gibt es in anderen Städten auch schon!

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Erstellt:
13. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

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