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Jürgen Klinsmann (l) wird von Hertha-Manager Michael Preetz bei einer Pressekonferenz als Trainer präsentiert. Foto: Britta Pedersen/dpa

Jürgen Klinsmann (l) wird von Hertha-Manager Michael Preetz bei einer Pressekonferenz als Trainer präsentiert. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin 27.11.2019 Von Deutsche Presse-Agentur

Überraschungs-Comeback: Klinsmann soll Hertha retten

Mit der spektakulären Verpflichtung von Jürgen Klinsmann will Hertha BSC einen Totalabsturz wie 2010 und 2012 verhindern.

Drei Tage nach der blamablen 0:4-Niederlage beim FC Augsburg beendete Hertha-Manager Michael Preetz das gescheiterte Experiment mit dem Bundesliga-Neuling Ante Covic auf der Trainerbank und sorgte mit der Inthronisierung von Klinsmann für eine kräftigen Aha-Effekt. „Letztlich waren wir mit Blick auf die Entwicklung und die letzten Resultate der Meinung, dass Handlungsbedarf bestand“, wird Preetz auf der Internetseite des Vereins zitiert. Dabei waren die Herthaner vor fünf Monaten noch stolz darauf, einen eigenen Berliner Weg einzuschlagen. Nach Fan-Liebling Pal Dardai durfte der 44-jährige Deutsch-Kroate Covic aus der Jugendabteilung als Chef das Profiteam übernehmen. „Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir einen Trainer wollen, der die Hertha-DNA behütet. Ante Covic versteht diese DNA mehr als jeder andere Kandidat“, hatte Preetz am 12. Mai - nach einem 4:3-Auswärtssieg der Berliner beim FC Augsburg - gesagt. Fünf Monate später muss er das als Fehler einordnen. Covic wollte dem defensiv geprägten Stil seines ungarischen Vorgängers mehr Pepp und Offensive einhauchen. Ein neues Gesicht konnte der frühere Offensivspieler der Mannschaft aber nicht geben. Lediglich drei Siege, dafür aber 25 Gegentore in zwölf Ligaspielen sprachen gegen den Bundesliga-Neuling Covic. Zuletzt war er von seinen ursprünglichen Plänen zur Schadensbegrenzung übergegangen - ebenso erfolglos. Vier verlorene Liga-Spiele ließen Preetz nun handeln, um nicht den dritten Abstieg seiner Amtszeit nach 2010 und 2012 erleben zu müssen. Der frühere Nationalspieler Arne Friedrich wird Team-Manager bei Hertha BSC. Die Stelle als „Performance-Manager“ für Friedrich wurde auf Drängen von Klinsmann neu geschaffen. Insgesamt krempelt der 55-Jährige den Trainerstab beim Hauptstadt-Club komplett um. Andreas Köpke, in selber Funktion bei der deutschen Nationalmannschaft im Amt, wird bis zum Jahresende als Torhütertrainer aushelfen. Neue Co-Trainer werden der frühere Bremer Bundesliga-Coach Alexander Nouri und Ex-Profi Markus Feldhoff. „Die wichtigste Maßnahme ist ein Funktionsteam zu gestalten, das in der Lage ist, Punkte zu holen. Ich habe einen Stab mitgebracht, der auf Abruf war. Das ist ein Team an Leuten, das vorbereitet und voller Tatendrang ist“, sagte Klinsmann. Eine besondere Aufgabe komme Friedrich zu. Er soll ein Bindeglied zwischen dem Team und der Geschäftsleitung sein. „Es geht um Physis, Psychologie, die Chemie in der Mannschaft, darum, ein Karriereplaner für die Spieler zu sein. Das ist eine sehr wichtige Position, die ich sehr klar im Kopf habe“, sagte Klinsmann. Die Installierung zeigt aber auch den gewonnenen Machtbereich des neuen Investors Lars Windhorst, der für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der Anteile der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA übernommen hatte. Windhorst will auf dem angestrebten Weg zu einem „Big City Club“ in Europa offenbar schneller Ergebnisse sehen als offiziell kommuniziert. Hertha liegt nach zwölf Spieltagen mit elf Punkten auf dem 15. Rang, punktgleich mit dem 16. Fortuna Düsseldorf. Bereits mit Klinsmanns Berufung in den Aufsichtsrat als „Bevollmächtigter der Tennor Holding“ von Geldgeber Windhorst wurde der Investor erstmals aktiv. Dass bei Hertha jetzt ein Vertrauter des umtriebigen Finanzmanagers auf der Trainerbank sitzen wird, kann als weiterer Vorstoß gewertet werden. Ein Abstieg würde die Pläne von Windhorst konterkarieren. „Letztlich waren wir mit Blick auf die Entwicklung und die letzten Resultate der Meinung, dass Handlungsbedarf bestand. Wir bedauern diese Entwicklung“, sagte Preetz über den Trainerwechsel. „Ein Risiko gibt es bei jedem neuen Trainer. Das war bei Pal nicht anders. Aber wir bei Hertha BSC sind bereit, ein gewisses Risiko zu gehen“, hatte Preetz im Mai gesagt. Mit Klinsmann soll nun eine schnelle Wende gelingen. Eine Garantie aber bietet auch der 55 Jahre alte Schwabe nicht. Als Cheftrainer des FC Bayern München 2008/09 war er schon vor Ablauf der Saison gescheitert.

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Erstellt:
27. November 2019, 15:57 Uhr
Lesedauer:
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