Erster Kreisrat Thomas Klein und Simone Sommerfeld vom Fachdienst Jugendarbeit und Sport appellieren an
die Feuerwehren, Kirchengemeinden und Vereine im Kreis, die im Kinder- und Jugendbereich eingesetzten
Betreuer erst nach Vorlage des Führungszeugnisses zu beschäftigen.

Erster Kreisrat Thomas Klein und Simone Sommerfeld vom Fachdienst Jugendarbeit und Sport appellieren an die Feuerwehren, Kirchengemeinden und Vereine im Kreis, die im Kinder- und Jugendbereich eingesetzten Betreuer erst nach Vorlage des Führungszeugnisses zu beschäftigen.

Übungsleiter nur noch mit Führungszeugnis

Landkreis ruft alle Vereine und Verbände dazu auf, die Bestimmungen zum Schutz der Kinder zu beachten

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Der Landkreis Nienburg ruft alle Vereine und Verbände dazu auf, nur noch die Personen mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu beauftragen, die ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis vorlegen können. Der Appell richtet sich an die Musikschule und die Feuerwehren ebenso wie an die Kirchengemeinden und die Sportvereine. Allen wird ans Herz gelegt, sich zu verpflichten, niemanden zu beschäftigen, der im Umgang mit Kindern und Jugendlichen straffällig geworden ist. 480 entsprechende Vereinbarungen zum Schutz der Kinder hat der Fachbereich Jugendarbeit und Sport bereits verschickt. Mit der Bitte, diese spätestens bis zum Jahresende unterschrieben zurückzusenden. Mit der Vereinbarung kommt der Landkreis seinem per Gesetz vorgeschriebenen Auftrag nach, Kinder und Jugendliche vor körperlichem oder seelischem Missbrauch zu schützen. „Die Statistik belegt, dass jedes vierte Mädchen und jeder neunter Junge in seinem Leben eine strafbare sexuelle Gewalterfahrung macht. Auch im Landkreis Nienburg“, gibt Erster Kreisrat Thomas gegenüber der Harke am Sonntag zu bedenken. Und fährt fort: „Und der Täter ist nicht der böse schwarze Mann. Die Tat ereignet sich fast immer im engeren sozialen Umfeld.“

Um den Vereinen und Institutionen die Chance zu geben, sich im Vorfeld umfassend zu informieren, fanden in den zurückliegenden Wochen und Monaten mehrere Informationsveranstaltungen statt. Rund 300 Personen haben daran teilgenommen.

„Sollte darüberhinaus noch Informationsbedarf bestehen, sind wir gerne bereit, in die Vereine oder Gruppen zu kommen, in denen Kinder und Jugendliche betreut werden“, betont Jugendpflegerin Simone Sommerfeld. Zusammen mit Kreisjugendpflegerin Claudia Oelsner ist sie beim Landkreis Nienburg die Ansprechpartnerin für die „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach §§ 8a und 72a SGB VIII für den Bereich der Kinder. und Jugendarbeit“.

Das Führungszeugnis gibt es kostenlos, wenn der Übungsleiter bzw. Betreuer eine Bescheinigung seines potentiellen Auftraggebers vorlegen kann. Simone Sommerfeld empfiehlt den Vorständen aber, auch bereits tätige Betreuer um ein solches Zeugnis zu bitten.

„Uns ist natürlich bewusst, dass die Einhaltung der Vereinbarung einen Mehraufwand bedeutet. Und selbstverständlich ist uns auch bewusst, dass mit den Daten aus dem polizeilichen Führungszeugnis äußerst verantwortungsbewusst umgegangen werden muss“, so Kreisrat Thomas Klein, „aber dafür garantieren wir den Vereinen und Gruppen, die diese Vereinbarung mit uns schließen, unsere volle Unterstützung.“

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Erstellt:
23. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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