Rauchwolken steigen in der Nähe eines Militärgebäudes in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gen Himmel. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Rauchwolken steigen in der Nähe eines Militärgebäudes in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gen Himmel. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Kiew 24.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Ukrainischer Militärsprecher: Mehr als 40 Soldaten getötet

Nach der russischen Invasion gibt es auf ukrainischer Seite die ersten toten Soldaten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko appelliert an die Weltgemeinschaft, seinem Land zu helfen: „Wir sind im Krieg.“

Bei russischen Luftangriffen sind ukrainischen Angaben zufolge mehr als 40 Soldaten getötet worden. Bei den Gefechten sind nach Angaben der ostukrainischen Separatisten auch Kämpfer aus ihren Reihen getötet worden. Es gebe Tote und Verletzte unter den Streitkräften, aber auch unter der Zivilbevölkerung, sagt der Chef der selbst ernannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, dem russischen Staatsfernsehen. Er machte Artilleriebeschuss der ukrainischen Armee dafür verantwortlich. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Beim Absturz eines ukrainischen Militärflugzeugs südlich von Kiew sind nach offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Insgesamt seien 14 Menschen an Bord der Transportmaschine vom Typ Antonow An-26 gewesen, teilt der staatliche ukrainische Katastrophenschutz mit. Die Absturzursache war zunächst unklar. Angriffe aus verschiedenen RichtungenRussland greift die Ukraine nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg aus verschiedenen Richtung an und attackiert militärische Infrastruktur und wichtige Ballungszentren. Das Vorgehen mit Luft- und Raketenangriffen, Bodentruppen und Spezialkräften gefährde das Leben unzähliger unschuldiger Zivilisten, sagte er bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Wie das ukrainische Verteidigungsministerium mitteilte, haben russische Truppen einen Flugplatz nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew angegriffen. Dabei seien mindestens drei russische Hubschrauber abgeschossen worden, der Flugplatz Hostomel liegt rund 30 Kilometer nordwestlich des Zentrums der ukrainischen Hauptstadt. Für Meldungen, dass russische Truppen den Airport in Kiew eingenommen haben, gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung. Der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, teilte bei Facebook Videos von angeblich abgeschossenen russischen Hubschraubern.

Im Gebiet Luhansk hat das ukrainische Militär eigenen Angaben zufolge fünf russische Flugzeuge und einen Hubschrauber abgeschossen. Das russische Vertedigungsministerium weist die Abschüsse zurück. „Wir kämpfen um unser Land“Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat an die Weltgemeinschaft appelliert, der Ukraine zu helfen. „Wir sind im Krieg und kämpfen um unser Land, aber brauchen die Unterstützung der ganzen Welt und sofort wirklich schmerzhafte Sanktionen gegen Russland“, sagte Klitschko der „Bild“. „Die Lage in Kiew ist vorerst unter Kontrolle, aber die Menschen sind natürlich nervös“, so Klitschko. Ukrainischer Botschafter bittet um militärische HilfeDer ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat um militärische Hilfe gebeten. Es gehe darum, dass die ukrainische Armee mit Defensivwaffen und Munition gestärkt werde, sagte Melnyk dem rbb-Inforadio. „Jetzt ist es an der Zeit für Deutschland aufzuwachen.“ Der Botschafter sprach von einem lange geplanten und großangelegten Angriffskrieg, der die Existenz der Ukraine bedrohe. „Man hat alle Warnungen im Westen ignoriert, auch in Deutschland.“ Unterstützung bekommt Melnyk vom CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. „Wir, auch in Deutschland, müssen jetzt der Ukraine alles liefern, was wir liefern können“, sagte er im Sender WDR 2. „Das sind auch Waffen. Dafür bin ich jetzt seit dem heutigen Tag.“ Bislang habe er dies abgelehnt, um nicht die Gesprächsmöglichkeiten zu zerstören, die speziell Deutschland mit Russland habe. Diese bestünden jetzt aber nicht mehr, sagte Röttgen. Deutsche sollen Ukraine verlassenDie Bundesregierung ruft deutsche Staatsangehörige dringend auf, die Ukraine zu verlassen. Außerdem wurde die deutsche Botschaft in Kiew vorübergehend geschlossen. „In der Ukraine finden Kampfhandlungen & Raketenangriffe statt“, teilte das Auswärtige Amt auf Twitter mit. An die deutschen Staatsangehörigen appellierte das Außenministerium, vorläufig an einem geschützten Ort zu bleiben, falls diese das Land nicht auf einem sicheren Weg verlassen könnten.

Ein gepanzertes Fahrzeug fährt durch die Stadt Armjansk im nördlichen Teil der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Foto: Sergei Malgavko/TASS/dpa

Ein gepanzertes Fahrzeug fährt durch die Stadt Armjansk im nördlichen Teil der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Foto: Sergei Malgavko/TASS/dpa

Eine Ukrainer verfolgt am Fernsehgerät die Geschehnisse in Kiew im Fernsehen. Foto: Igor Golovniov/SOPA/ZUMA/dpa

Eine Ukrainer verfolgt am Fernsehgerät die Geschehnisse in Kiew im Fernsehen. Foto: Igor Golovniov/SOPA/ZUMA/dpa

Arbeiter räumen die Trümmer einer Rakete auf einen Lastwagen. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Arbeiter räumen die Trümmer einer Rakete auf einen Lastwagen. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Wolodymyr Selenskyj fordert die Ukrainer auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Foto: Efrem Lukatsky/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Wolodymyr Selenskyj fordert die Ukrainer auf, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Foto: Efrem Lukatsky/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Ukrainische Soldaten transportieren Ausrüstung auf einem Luftverteidigungsstützpunkt in Mariupol. Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Ukrainische Soldaten transportieren Ausrüstung auf einem Luftverteidigungsstützpunkt in Mariupol. Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Nach russischem Beschuss: Eine Frau in Kiew räumt Glasscherben vor ihrem Geschäft zur Seite. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Nach russischem Beschuss: Eine Frau in Kiew räumt Glasscherben vor ihrem Geschäft zur Seite. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Ein Mann begutachtet die Folgen eines russischen Raketenangriffs in Kiew. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Ein Mann begutachtet die Folgen eines russischen Raketenangriffs in Kiew. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Arbeiter verladen die Trümmer einer Rakete auf einen Lastwagen in Kiew. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Arbeiter verladen die Trümmer einer Rakete auf einen Lastwagen in Kiew. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

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Erstellt:
24. Februar 2022, 14:00 Uhr
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