Um 9 unterm Pestkorb

Um 9 unterm Pestkorb

Startpunkt: der Pestkorb am Rathaus. Foto: DIE HARKE

Um 9 unterm Pestkorb. Jahrelang wurde dieses Ritual aufrecht erhalten. Immer am Altstadtfestfreitag haben wir uns unweit des Pestkorbs an der Treppe in den Ratskeller getroffen, um dann gemeinsam durch die Innenstadt zu bummeln.

Allerdings immer mit dem Hintergedanken im Kopf: Denk dran, du musst morgen fit sein, schließlich musst du ja die aus der HamS-Altstadtfestausgabe nicht wegzudenkenden Schnappschüsse von originell verkleideten Feiernden oder gut gelaunten Flohmarkt-Verkäufern schießen. Aber in diesem Jahr ist bekanntlich auch das anders.

Selbstverständlich haben wir dem Pestkorb am Freitag kurz zugewunken, der Bummel durch die Stadt ist aber deutlich kürzer ausgefallen.

Natürlich konnte in diesem Jahr das Altstadtfest nicht stattfinden. Keine Frage. Aber hätte es nicht doch einen Corona-Altstadtfestbecher geben können? Gerne auch zum Liebhaberpreis und gerade, weil es das 50. Altstadtfest gewesen wäre. Aber der Gedanke ist auch mir erst vor ein paar Tagen gekommen, sonst hätte ich ihn noch an die Organisatoren weitergegeben. Vielleicht hätten sie die Idee aufgegriffen und die Becher in der Altstadtfestwoche auf dem Wochenmarkt und in den Geschäften des Nienburg Service zum Kauf angeboten. Aber egal: das nächste Altstadtfest mit einem neuen originellen Becher kommt bestimmt.

Dazu, sich endlich vom Corona-Lockdown-Stress zu erholen, rufen die Kurenberaterinnen des Diakonischen Werks der Kirchenkreise Nienburg und Stolzenau-Loccum alle Mütter, Väter und pflegenden Angehörigen im Bericht auf Seite 4 auf. Im Gespräch mit der HARKE am Sonntag weisen Nanett Krüger und Marion Kohlmeyer darauf hin, dass zurzeit relativ zeitnah ein Platz in einem Kurhaus zu bekommen ist. Mit Kind.

Im nebenstehenden Bericht erzählt dagegen Sven Kühtz, warum sich das CJD um die Trägerschaft für eines von niedersachsenweit drei Beratungsstellen für die Opfer von rechtem Hass beworben hat. Beratung für Opfer von rechtem Hass - wie schrecklich, dass es dieses Angebot überhaupt geben muss.

Rechter Hass ist auch Auslöser für das Thema in dem Bericht auf Seite 2. Auf dem Weserwall entsteht zurzeit in direkter Nachbarschaft zu den Gedenkstätten für die Opfer der beiden Weltkriege ein Mahnmal für die Opfer des Holocaust. Jede der vier Stelen steht für jeweils zwei Opfergruppen. Die offizielle Freigabe soll am 8. November sein. Ist es nicht schrecklich, wie viel Leid schon von diesem Land ausgegangen ist?