06.04.2014

Um den Eintrittspreis wird noch gerungen

Zeit- und Kostenrahmen für Nienburgs Ganzjahresbad nicht ganz zu halten/Aber: Einnahme durch Solequelle

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Jetzt wird es doch eng mit den veranschlagten 15 Millionen für Nienburgs Ganzjahresbad. Während es lange Zeit hieß „Wir liegen gut im Zeit- und Kostenrahmen“ deutete Michael Zube – von der Stadt zur Betreuung des Projektes vorübergehend an die Bädergesellschaft ausgeliehen – jetzt an, dass das „Wesavi“ möglicherweise doch etwas teurer ausfallen könnte als ursprünglich geplant. „Zum einen wurde nachträglich beschlossen, den Ruhebereich um 50 Liegeplätze zu erweitern. Zum anderen hat man im Nachhinein entschieden, dass die Badegäste nicht nur über die üblichen steilen Stufen, sondern zusätzlich auch über eine Treppe in das Schwimmbecken gelangen sollen. Das war natürlich nicht zum Nulltarif möglich“, so Zube im Treffen mit der Harke am Sonntag. Dass mit Beginn der Sommerferien zumindest im Badebereich alles fertig sein soll, kann sich zumindest der Laie, der die Großbaustelle besichtigt, beim besten Willen nicht vorstellen. Aber er bekommt bereits eine Ahnung davon, wie hell und großzügig der 90 Meter lange Komplex aus Sauna- und Badelandschaft einmal ausfallen wird.

Michael Zube ist jedoch zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht wird. Nicht zuletzt wegen des Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers, das vom 1. bis 10. August im Nienburger Stadion stattfindet. „Da können die neuen Mitarbeiter der Bädergesellschaft dann gleich zeigen, was in ihnen steckt“, so Zube schmunzelnd.

Tag für Tag sind im Schnitt 55 bis 60 Arbeiter auf der Großbaustelle „Wesavi“ im Einsatz. Vorbei ist allerdings die Zeit der Stahlflechter aus Rumänien oder der Betonbauer aus Polen. Die Handwerker, die jetzt vor Ort sind, stammen von Firmen aus dem Bundesgebiet. Bauleiter ist Daniel Kuhl vom Generalplaner de witt janßen und partner in Bad Zwischenahn.

Im Innenbereich des Ganzjahresbades trifft der Besucher auf das Sportbecken, das Kursbecken und das Nichtschwimmerbecken, drei Saunen, ein Dampfbad, Ruhezonen und einen Gastronomiebereich, der auch für Nicht-Badegäste zugänglich ist.

Im durch eine variable Wand zugänglichen Außenbereich sind ein weiteres Becken und zwei weitere Saunen – darunter auch die mit Blick in die Wesermarsch – angesiedelt. Durch einen Schwimmkanal gerät der Badegast außerdem in ein weiteres kleines Außenbecken.

Um im Zeitplan zu bleiben, wird in Kürze damit begonnen, den Außenbereich zu gestalten und den Parkplatz anzulegen.

Kompensiert werden müssen die fünf, sechs Wochen, in denen im Innenbereich so gut wie gar nicht gearbeitet werden konnte. Der Brandschutz für die Decke war falsch ausgeschrieben worden und musste darum ein zweites Mal angefertigt werden. „Zum Glück ein Fall für die Haftpflichtversicherung“, so ein sichtbar erleichterter Michael Zube.

Durch einen Bauzaun abgeschirmt ist momentan der Brunnen der Solequelle, die gleich zu Beginn der Bauarbeiten auf dem Gelände des Ganzjahresbades entdeckt wurde. Sie wird der Bädergesellschaft eine kleine Einnahmequelle bescheren. Die vor kurzem gegründete Mittelweser-Heilquellen GmbH, eine 100prozentige Tochter der Firma Wöltjen, möchte die Sole für medizinische Zwecke nutzen und aus diesem Grund pro Tag 100 Kubikmeter Sole abpumpen.

Nach wie vor nicht festgelegt haben sich die Verantwortlichen auf die Höhe der Eintrittspreise. „Der Aufsichtsrat macht sich die Entscheidung wahrlich nicht einfach“, so Michael Zube. „Natürlich soll das Bad familienfreundlich sein, andererseits wird die Bädergesellschaft am Ende eines Jahres am Umsatz gemessen“, gibt Zube zu bedenken.

Fest steht aber bereits, dass es drei Preis-Zonen geben wird. Eine für die Frühschwimmer und Schulen – sie gelangen durch einen Nebeneingang ins Bad und entrichten ihren Eintritt an einem Kassenautomaten – eine für den Sportbad- und Therapiebereich und eine – alles umfassende – für den Bereich Sauna und Schwimmen. Klar ist außerdem, dass es Saunazeiten geben wird, die den weiblichen Gästen vorbehalten bleiben.

Michael Zubes Angebot, die Baustelle dienstags ab 17 Uhr zu besichtigen, haben schon zahlreiche Interessierte genutzt.

Wer sich ebenfalls einen Eindruck von Nienburgs lange diskutiertem Prestige-Projekt verschaffen und gerne auch kritische Fragen stellen möchte, kann sich gerne – möglichst per Email – mit Michael Zube unter m.zube@nienburg.de in Verbindung setzen.

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Erstellt:
6. April 2014, 00:00 Uhr
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