In den letzten Jahren ist die Zahl der Fluginsekten deutschlandweit zurückgegangen, in Nordrhein-Westfalen sogar um ganze 80 Prozent. Der NABU sieht dringenden Handlungsbedarf. Nabu Minden-Lübbecke

In den letzten Jahren ist die Zahl der Fluginsekten deutschlandweit zurückgegangen, in Nordrhein-Westfalen sogar um ganze 80 Prozent. Der NABU sieht dringenden Handlungsbedarf. Nabu Minden-Lübbecke

Minden-Lübbecke 04.08.2017 Von Die Harke

„Umbruch von Grünwegen verhindern“

Naturschutzbund Minden-Lübbecke appelliert an Städte und Gemeinden

Der Rückgang von Bienen und anderen Insekten sowie Vogelarten der Feldflur ist in aller Munde. Nach Aussage des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW lässt sich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Feldraine und dem Rückgang an Vogelarten in der Feldflur erkennen.

Gleiches gilt für Pflanzen. Magerkeitszeiger werden in Nordrhein-Westfalen ebenfalls kontinuierlich weniger, Stickstoff liebende Pflanzen bestimmen vielfach die Wege begleitenden Säume. Dabei haben Wege und Wegeränder nicht nur als Lebensraum eine große Bedeutung, sondern auch als lineare Strukturen für die Lebensraumvernetzung in der Landschaft. Darüber hinaus gliedern sie die Landschaft, unterbrechen große Feldschläge und wirken einer Monotonisierung entgegen.

Die Hauptursachen für den Artenrückgang in den Feldrainen und Wegerändern seien laut NABU der Verlust durch Bewirtschaftung und Zusammenlegung von Feldern, Umpflügen von Säumen und deren landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, die intensive Düngung der Nachbarflächen, die Aufgabe ganzer Wege im Zuge von Bebauungen sowie die zu häufige Mahd, die zudem häufig als Mulchmahd mit dem Verbleib des Mähguts auf den Flächen erfolgt.

Aktuell werden in den Städten und Gemeinden zur Einsparung von Kosten Konzepte über den weiteren Umgang mit Wegen im Außenbereich erstellt. Dies sei laut NABU verständlich und werde nicht generell kritisiert. Der [DATENBANK=4921]NABU[/DATENBANK] nimmt diese Planungen allerdings zum Anlass, auf die Bedeutung der insbesondere „grünen“, unbefestigten Wege aber auch der Wegränder und Raine und nicht zuletzt der Gemeinde-, Kreis-, und Landesstraßen insgesamt in der Landschaft hinzuweisen.

Der NABU sieht hier viele Akteure, die an der beobachtbaren negativen Entwicklung beteiligt sind, die aber zusammenarbeiten können und müssen, um die Artenvielfalt und auch Bestäubungsleistung in den Saumbiotopen der Landschaft zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen.

In der Zusammenarbeit von Straßenbaulastträgern, Kommunen, Landwirten, Jägern, Imkern, der unterern Naturschutzbehörde und Naturschutzverbänden lägen gute Chancen, einen Beitrag für den Schutz dieser Lebensräume zu leisten.

Der NABU fordert, diesen Weg in jeder Kommune zu beschreiten. Aber zunächst dürften aus den Wegekonzepten der Städte und Gemeinden keine weiteren Auswirkungen auf diese Strukturen resultieren. Denn Wege und Wegeränder befänden sich zum größten Teil im Eigentum der Städte und Gemeinden. Die Biodiversitätsziele der Bundesrepublik seien nur zu erreichen, wenn sich ihrer Verantwortung stellen. Dazu wären politische Beschlüsse wichtig.

Der NABU erwartet deshalb, dass die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Konzepte nicht im Sinne einer verdeckten Flurbereinigung genutzt werden. Nicht nur Landwirte und andere Grundstückseigentümer müssten sich ihrer Verantwortung für den Erhalt der Biodiversität bewusst werden, dies gelte auch für Kommunen, Land und Bund als Eigentümer öffentlicher Flächen.

Außerdem sollen für die Bewirtschaftung von Straßen-, Wegerändern, Rainen und „grünen“ Wegen ökologische Bewirtschaftungskonzepte festgeschrieben werden und Auswirkungen von Düngung und Pestizideinsatz auf benachbarten landwirtschaftlichen Flächen auf Wege und ihre Ränder unterbunden werden.

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Erstellt:
4. August 2017, 21:00 Uhr
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