Für die „Wissensburg“ wird ein Plan B gefordert. Kalhöfer & Korschildgen / Montage

Für die „Wissensburg“ wird ein Plan B gefordert. Kalhöfer & Korschildgen / Montage

Nienburg 13.12.2018 Von Die Harke

Umfrage des Initiativkreises endet bald

„Wissensburg“: Begrüßt wird Ratsantrag mehrerer Parteien zur Entwicklung eines Planes B

Ein Initiativkreis von Nienburgern hatte einen Alternativvorschlag zur geplanten „Wissensburg“ ausgearbeitet und Mitbürger zur Abstimmung aufgerufen. Zu Beginn der kommenden Woche will der Kreis die Umfrage beenden. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung: „Die Ergebnisse der Umfrage unter den Nienburger Bürgern zur ,Wissensburg‘ haben sich weiter stabilisiert und ändern sich nur noch im Nachkommabereich. Nach wie vor liegt die Zustimmungsrate für den Alternativvorschlag des Initiativkreises bei 96 Prozent, während sich nur 3 Prozent für die ,Wissensburg‘ aussprechen.

Nach knapp 500 ausgewerteten Fragebögen liegt zwar kein wissenschaftlich belastbares repräsentatives Ergebnis vor, gleichwohl konnte die Ermittlung des öffentlichen Meinungsbildes kaum aussagekräftiger ausfallen. Da wesentliche Änderungen nicht mehr zu erwarten sind, stellt der Initiativkreis die Befragung mit Ablauf des 17. Dezember ein und dankt allen Bürgern, die sich daran beteiligt haben.

Der gemeinsame Ratsantrag mehrerer Parteien für die Entwicklung eines Planes B zeigt, dass mit dem Gegenvorschlag des Initiativkreises Bewegung in die Diskussion gekommen ist. Die Umsetzung eines derart kostenträchtigen und die Generationengerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit der Stadt so sehr gefährdenden Objekts konnte und durfte auch nicht alternativlos bleiben. Der Initiativkreis begrüßt daher ausdrücklich die Erarbeitung einer von den bisherigen Planungen abweichenden Lösung, zumal diese in Teilen den eigenen Vorschlägen entspricht.

Der Plan B sollte jetzt umgehend konkretisiert und mit belastbaren Kostenschätzungen unterlegt werden. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die bisher bekannten Zahlen des Planes A unrealistisch sind und keinesfalls zu halten sein werden. Zwischenzeitlich nahezu explodierte Baukosten, fehlende Förderfähigkeit des Archivs sowie vermutliche Nichtberücksichtigung von Architekten- und Ingenieurleistungen/Genehmigungsgebühren treiben die Kosten weiter gravierend in die Höhe.

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Angesichts des kürzlich veröffentlichten Schuldenstandes der Stadt Nienburg in gigantischer Höhe von 57,4 Millionen Euro (voraussichtlicher Stand Ende 2023) ist der Plan A mit seiner unnötigen und von einer Förderung völlig unabhängigen weiteren Verschuldung von mindestens neun Millionen Euro zu Gunsten einer kleinen Minderheit nach Ansicht des Initiativkreises nicht verantwortbar, wird vor allem aber von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung augenscheinlich nicht gewollt.

Der Plan B weist nach Ansicht des Initiativkreises allerdings zurzeit noch eine große Schwäche auf, indem er der Diskussion um die Bedeutung des Posthofs für die Nienburger und um dessen Nachfolgenutzung auszuweichen versucht und damit zu falschen Schlüssen zu kommen droht. Mit dem eindeutigen Votum für den Alternativvorschlag des Initiativkreises wurde nicht nur der ,Wissensburg‘ eine klare Absage erteilt, sondern gleichzeitig der Wille bekundet, den traditionsreichen Posthof als Stadtbibliothek unbedingt zu erhalten.

Dieser erscheint nach entsprechender Sanierung und Erweiterung um einen bedarfs- und stilgerechten sowie barrierefreien Anbau nach wie vor besonders geeignet. Dass Erweiterungen denkmalgeschützter Gebäude möglich und äußerst attraktiv sein können, ist andernorts mehrfach eindrucksvoll nachgewiesen worden, unter anderem mit dem Vestibül des Nienburger Rathauses.

Nach Auswahl der in einem Architektenwettbewerb zu ermittelnden kreativsten, dabei bezahlbaren Lösung kann und wird am Ende sicher ein Ergebnis stehen, welches den Nienburgern ihren traditionsreichen Posthof noch über viele Jahre erhält, einer erforderlichen Erweiterung der Bibliothek durch einen Anbau Rechnung trägt und eine zweckentfremdende Nachnutzung ausschließt.

Durch den Verkauf der Immobilie Lange Straße 31 bis 33 an einen Investor, der im Zuge einer gestalterisch befriedigenden Sanierungsmaßnahme beispielsweise Wohnraum für altersgerechtes Wohnen schafft und das Erdgeschoss unter anderem für Gemeinschaftsräume und Dienstleistungsangebote nutzt, wird man darüber hinaus den gewünschten Effekt einer Belebung der Innenstadt sicher sehr viel eher erreichen als durch eine Verlegung der ohnehin im Zentrum befindlichen Bibliothek“, schreibt der Initiativkreis.

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Erstellt:
13. Dezember 2018, 21:00 Uhr
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