15.09.2013

Umweltminister Wenzel: Naturschutz ist Chefsache

Rund 300 Delegierte bei NABU-Landesvertreterversammlung

Nienburg. Knapp 300 Delegierte hatten sich gestern in Nienburg eingefunden, um an der ordentlichen Landesvertreterversammlung des NABU Niedersachsen teilzunehmen. Prominentester Gast war Umweltminister Stefan Wenzel. Ein weiterer Gastredner war Nienburgs stellvertretender Landrat Jürgen Leseberg. Das Grußwort sprach Jens Rösler, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Nienburg. „In den letzten zehn Jahren unter schwarz-gelb sind wir bundesweit vom Naturschutzprimus zum Träger der roten Laterne geworden“, betonte NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann in seiner Begrüßungsrede. Zu einem Regierungswechsel ist nach seiner Überzeugung auch gekommen, weil die Menschen in Niedersachsen die Vermaisung, die Massentierställe und die Gülleüberfrachtung nicht länger hinnehmen wollten. An Umweltminister Stefan Wenzel richtete Buschmann unter anderem den Appell: „Machen Sie den Naturschutz zur Chefsache“.

„Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis“, betonte Nienburgs NABU-Vorsitzender Jens Rösler in seinem kurzen Grußwort. Im Hinterkopf hatte er dabei das Vorhaben des Landkreises Nienburg, der wegen des von der neuen rot-grünen Landesregierung geplanten Naturschutzgebietes im Lichtenmoor einen Arbeitskreis gründen will, um die Interessen von Naturschützern und Naturnutzern unter einen Hut zu bekommen.

„Das Lichtenmoor bereitet mir Bauchschmerzen“, gab dann auch Nienburgs Vize-Landrat Jürgen Leseberg unumwunden zu. Allerdings sei er optimistisch, dass es zu einem Kompromiss kommen werde. In Erinnerung rief Leseberg, dass in dem vorgesehenen Bereich bereits 400 000 Euro in Flurbereinigungsmaßnahmen investiert worden seien. „Hätten Sie vorher mit uns gesprochen, wäre dieser Arbeitskreis womöglich gar nicht nötig gworden“, gab er an Rösler zurück.

„Naturschutz ist bei uns Chefsache“, betonte Stefan Wenzel zu Beginn seiner von allen Anwesenden mit Spannung erwarteten Rede. „Wir haben uns sehr viel vorgenommen, aber wir sind dabei auf starke Bündnispartner und kritische Dialogpartner angewiesen“, fuhr er fort. Und natürlich bedürfe es dafür einen langen Atem. Er sei jedoch fest entschlossen, einen Dialog in dem Spannungsfeld zwischen Natur- und Umweltschutz auf der einen und Wirtschaft, Verkehr, Siedlungsbau, Landwirtschaft und Energiewende auf der anderen Seite herbeizuführen. eha

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Erstellt:
15. September 2013, 00:00 Uhr
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