Und das wollen Männer sein?

Und das wollen Männer sein?

Sebastian Stüben DH

Hilfsunbereit

Anke Niemeyer ist total schockiert – die 46-jährige Steyerbergerin ist regelrecht fassungslos über die fehlende Hilfsbereitschaft mehrerer „gestandener Mannsbilder“, die sie jüngst bei einem tierischen Zwischenfall sprichwörtlich im Regen stehen gelassen hätten.

Und das ist passiert: „Ich bin vor ein paar Tagen abends gegen 20.30 Uhr von der Arbeit auf dem Weg nach Hause gewesen, als ich mit dem Auto kurz vor Steyerberg einem toten Tier ausweichen musste, das mitten auf meiner Fahrbahn lag. Nach kurzem Überlegen bin ich umgekehrt, um die potenzielle Gefahr für andere Autofahrer aus dem Weg zu räumen. Alleine fühlte ich mich dazu aber nicht imstande.“

Fünf männliche Autofahrer hätten zwangsläufig an der Stelle gehalten, an der Niemeyer neben dem toten Tier stand. „Keiner hat mir geholfen. Die haben gesagt, sie hätten keine Zeit, müssten zur Arbeit, wollten nichts damit zu tun haben“, sagt die 46-Jährige.

Letztendlich hat Niemeyer per Notruf die Polizei gerufen, die aber auch nicht umgehend zur Stelle sein konnte. In der Zwischenzeit ist dann ihr Mann Bernd mit der gemeinsamen Tochter im Schlafanzug vorbeigekommen, um seiner Frau zu helfen und das Tier von der Straße zu schaffen. Bei dem Tier handelt es sich nach Niemeyers Angaben wohl um einen Dachs. „Der Kadaver lag noch einige Tage an der Straße, bis er verschwunden ist.“ Und der Vorfall beschäftigt die Steyerbergerin noch heute. „Mit so wenig Hilfsbereitschaft hätte ich nicht gerechnet.“ Sebastian Stüben