Der Angeklagte fehlte bei seiner Gerichtsverhandlung. Paul Hill/Fotolia

Der Angeklagte fehlte bei seiner Gerichtsverhandlung. Paul Hill/Fotolia

Hilgermissen/Verden 08.11.2018 Von Wiebke Bruns

Und wieder fehlt ein Angeklagter

Hilgermisser wird von der Polizei zur Gerichtsverhandlung gebracht

Ausgesetzt wurde der Landgerichtsprozess gegen vier Angeklagte aus Dörverden, Hilgermissen und Bremerhaven, die sich wegen besonders schweren Raubes vor der 3. Großen Strafkammer verantworten sollten. Tatort war Dörverden. Grund für die Gerichtsentscheidung war das weitere Fehlen eines Angeklagten. Am ersten Verhandlungstag waren nur zwei der vier Angeklagten erschienen. Die Polizei brachte am zweiten Verhandlungstag kurz vor Sitzungsbeginn den fehlenden dritten Angeklagten aus Hilgermissen. „Ich hatte das voll verplant. Tut mir auch echt leid“, entschuldigte er sich. Zum zweiten Termin habe er freiwillig erscheinen wollen, die Polizei war offenbar schneller.

Mit dem Nebenkläger in dem Verfahren scheint er sich noch recht gut zu verstehen. Nach dem vorzeitigen Sitzungsende versuchte er, sich auf dem Gerichtsflur bei diesem noch eine Zigarette zu schnorren. Der Nebenkläger reagierte freundlich, was angesichts der Tat überraschte. Soll er doch bei der Tat am 18. Januar 2017 geschlagen sowie mit einem Elektroschocker und einem Klappmesser bedroht worden sein. Neben 500 Euro sollen die Täter ein Uhren-Imitat, sechs Nintendo-Wii-Spiele und zirka 120 Euro Bargeld erbeutet haben.

Doch wer bei dem Fortsetzungstermin erneut fehlte, war der Angeklagte aus Bremerhaven, zum Tatzeitpunkt war er noch im Bereich Walsrode wohnhaft. Zur Sprache kam, dass es beim dortigen Amtsgericht zwei weitere Anklagen gegen diesen Angeklagten gibt. Bereits seit April wird nach ihm mit Haftbefehl gesucht. Wie der Vorsitzende Richter Lars Engelke berichtete, hatte der Angeklagte zehn Minuten vor Beginn des zweiten Sitzungstages bei ihm angerufen.

Wo er sich aufhalte, habe der Bremerhavener nicht verraten wollen. Er habe nur mitgeteilt, dass er nicht erscheinen werde, arbeitsunfähig sei und sich umgehend in die Psychiatrie in Walsrode einweisen lasse.

„Es ist schon kurios, dass man jemanden mit Haftbefehl sucht und dieser zehn Minuten vor Sitzungbeginn anruft. Das hatten wir auch noch nicht“, so der Vorsitzende. Das Aussetzen des Verfahrens noch vor Feststellung der Personalien und Verlesen der Anklageschrift bezeichnete er als Premiere – zumindest für ihn seit Übernahme der großen Jugendstrafkammer.

Ärger steht aber auch noch einem der beiden Angeklagten aus Dörverden ins Haus: Ermittlung wegen eines Betäubungsmitteldelikts. Wann das aktuelle Verfahren verhandelt werden kann, ist derzeit offen.

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Erstellt:
8. November 2018, 21:00 Uhr
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