Sebastian Stüben DH

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Unerwarteter Gegenwind

Wenn der Markloher Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt als einziges Beispiel für Strategien zur Weiterentwicklung der Samtgemeinde die Einrichtung eines W-LAN-Netzwerkes im Dolldorfer Dorfgemeinschaftshaus nennt, dann drängt sich die Vermutung auf, dass der Samtgemeinderat mit seiner Einschätzung recht hat, dass Friemelt mit seinem Amt überfordert ist. Denn als Samtgemeindebürgermeister ist in Zeiten der Eingleisigkeit, jener Personalunion von Grüßaugust und Verwaltungschef, und angesichts der vielfältigen Probleme im Zuge des demografischen Wandels mehr erforderlich als die von Friemelt oft zitierten Werte Ehrlichkeit und Vertrauen.

Das ist die eine Seite der Medaille des Abwahltheaters, bei dem Friemelt sich gerade bei einer Reihe von BürgerfrageAbenden öffentlich vorführen lässt. Die andere Seite ist die unbestreitbare und gesetzlich verankerte Tatsache, dass die Bürger einer Samtgemeinde zum Bürgermeister wählen können, wen sie wollen. Und Politiker sollten nicht den Fehler begehen, den Eindruck zu erwecken, dass sie sich für schlauer halten als den Wähler. Das kommt nicht gut an. Dieser Eindruck ist aber im Zuge des Abwahlverfahrens entstanden. Denn konkrete, nachhaltige Verfehlungen hat der Samtgemeinderat offensichtlich nicht in der Hand.

Und deshalb verspürt der Rat unerwarteten Gegenwind – auch von Bürgern, die nicht ausdrücklich ihren Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt unterstützen. Von Bürgern, die sich bevormundet fühlen. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die Ankündigung, nach Friemelts Abwahl parteiübergreifend einen Kandidaten zu präsentieren. Nach dem Motto: Bei einem gemeinsamen Kandidaten können die Wähler – hoffentlich – nichts falsch machen.

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Erstellt:
10. Juli 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

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