Die Polizeibeamten standen unter Schock und waren nicht mehr dienstfähig. Foto: stock.adobe

Die Polizeibeamten standen unter Schock und waren nicht mehr dienstfähig. Foto: stock.adobe

Wiedensahl 16.08.2021 Von Michael Jedamzik

Unfall im Wiedensahler Kreisel: Petershäger flüchtet vor der Polizei

51-Jähriger schwer verletzt / Polizebeamte stehen unter Schock

Ein 51-jähriger Petershäger lieferte sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Diese fand ein jähes Ende im Kreisel in Wiedensahl: Dort kollidierte das Cabrio des Mannes mit einer Skulptur. Der Petershäger wurde bei dem Unfall schwerverletzt und mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Gegen 2.40 Uhr war der Mann Beamten der Polizei Stadthagen in Niedernwöhren (Landesstraße 372) aufgrund seiner sehr unsicheren Fahrweise aufgefallen. Er sei mehrfach Schlangenlinien gefahren und wiederholt auf die Gegenfahrbahn geraten, sodass es zu einem Beinahe-Unfall mit einem entgegenkommenden Pkw gekommen sei, teilt die Polizei mit.

Mit 150 km/h davongerast

Die Beamten entschlossen sich, den Mann und sein VW Golf Cabrio zu kontrollieren und gaben Anhaltezeichen, die der Petershäger jedoch missachtete. Der Mann fuhr nach Angaben der Beamten mit bis zu 150 Stundenkilometern Richtung Wiedensahl.

Am Kreisel überfuhr er ein Verkehrszeichen und kollidierte dann mit der linken Fahrzeugseite mit einem mittig im Kreisel aufgestellten Steinmonument. „Sein Pkw drehte sich und blieb stark beschädigt in Fahrtrichtung Raderhorst im Kiesbett des Kreisels stehen. Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen ist noch unklar, ob der Mann sich selbst aus seinem Pkw befreite oder hinausgeschleudert wurde. Die hinterherfahrenden Beamten fanden ihn schwer verletzt am Boden rechts neben dem Pkw liegend. Zu diesem Zeitpunkt war er kaum noch ansprechbar“, teilt die Polizei mit.

Blutprobe entnommen

Der 51-Jährige wurde nach einer Erstversorgung durch Kräfte von Rettungs- und Notarztwagen mit einem nachträglich angeforderten Rettungshubschrauber mit dem Verdacht lebensbedrohlicher Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen. „Nach Auskunft des Krankenhauses besteht keine Lebensgefahr mehr für ihn“, hieß es gestern. Dem Mann wurde eine Blutprobe entnommen.

Durch den Unfall wurde die Motorhaube des Golf abgerissen und die Batterie herausgeschleudert. Die linke vordere Fahrzeugseite war vollständig zerstört. Die Scheiben von Fahrer- und Beifahrertür waren herausgebrochen, die Frontscheibe gesprungen. Das Stoffdach, welches sich im geschlossenen Zustand befand, war leicht verzogen. Es entstand Totalschaden; der Pkw war nicht mehr fahrbereit und wurde abgeschleppt.

Beamte nicht mehr dienstfähig

Die Polizeibeamten standen aufgrund des Unfallgeschehens unter Schock und waren nicht mehr dienstfähig. Auch 39 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Meerbeck-Niedernwöhren und Wiedensahl sowie die Untere Wasserbehörde waren am Unfallort. Durch den Unfall auslaufende Betriebsstoffe konnten in Teilen durch die Straßenmeisterei beseitigt werden, darüber hinaus muss das Kiesbett jedoch nachträglich ausgekoffert werden.

Wie Feuerwehrpressewart Michael Jedamzik berichtet, beschäftigte eine „leicht verbal-aggressive und renitente Person die Feuerwehrleute mehrere Minuten, bis sie sich durch hinzugerufene Polizeibeamten schließlich einsichtig zeigte“.

Die Polizei bittet den Fahrer des Pkw, mit dem es beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen war, sowie weitere mögliche Zeugen, sich bei der Polizei in Stolzenau unter (05761)92060 zu melden.

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Erstellt:
16. August 2021, 14:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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