Manon Garms DH

Manon Garms DH

27.10.2012 Von Manon Garms

Ungebetene Gäste

Schneewittchen

Auch Hunde lieben Rituale. So wird die abendliche Mahlzeit gerne draußen eingenommen. Der Napf wird nicht komplett geleert, ein kleiner Rest wird stets zurückgelassen. Der bildet den krönenden Abschluss der großen Abendrunde. Noch nicht ganz zurück vom Spaziergang wird ein unliebsamer „Mitesser“ entdeckt: Ein Igel hängt übern Napfrand und schmatzt genüsslich. Der Hund fliegt zu dem ungebetenen Gast und will ihn mit einem Pfotenstreich entfernen. Übereifrig wird der kleine Kerl in die falsche Richtung geschubst – und zack, liegt er komplett im Essen. Vor Schreck hat der sich zu einer Kugel aufgedreht.

Das stachlige „Schneewittchen“ bedeckt den geliebten letzten Happen. Knurren, bellen und wütende Versuche, den kleinen Kerl aus dem Essen zu holen, bleiben erfolglos. Nach einer halben Stunde hat der ungebetene Gast unbemerkt, aber mit einer sichtbaren Flakes-Spur den Napf verlassen. Die verliert sich nach einigen Metern. Noch wird mit der Nase am Boden aufgeregt nach dem Igel gefahndet, doch schon sitzen zwei Elstern am Napf: „Ob noch etwas übrig ist?“ Die bekommen den kompletten Frust ab, werden wild angekläfft und am Boden verfolgt, bis sie weg sind. Der letzte Happen wird nur noch verächtlich beschnuppert – riecht und schmeckt vermutlich nach Igel.

Heidi Reckleben-Meyer

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Erstellt:
27. Oktober 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 39sec

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