Die Feuerwehr will sich mit einem Boot dem Schwan nähern. Foto: Graue

Die Feuerwehr will sich mit einem Boot dem Schwan nähern. Foto: Graue

Diethe-Strahle 20.11.2019 Von Jörn Graue

Ungewöhnliche Tierrettung

Schwan verfängt sich in Angelschnur

Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehren: Ein Schwan hatte sich gestern Vormittag auf einem Kiesteich in Diethe-Strahle in einer Angelschnur verfangen. Das hatte eine mehrstündige Rettungsaktion zur Folge. Das Problem: Das Tier bewegte sich trotz erheblicher Einschränkungen recht flink auf dem Wasser und die Helfer konnten es von einem Boot aus nur schwer erreichen.

Naturfotografin Marei Hessel aus Meerbeck hatte bei Fotoaufnahmen an dem Gewässer gegen 10.30 Uhr entdeckt, dass mit dem Schwan etwas nicht stimmte. „Er stand zunächst am Ufer und ich sah, dass er eine Schnur um den Hals und einen Flügel hatte“, berichtete die 41-Jährige. Umgehend versuchte sie über ihr Handy Hilfe zu organisieren. Nach einem Anruf beim Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke landete sie schließlich doch bei der Feuerwehr, zunächst im Mühlenkreis, dann im Landkreis Nienburg.

Die Wehren Müsleringen-Diethe, Nendorf-Frestorf und Stolzenau machten sich daraufhin auf den Weg zu dem Kiesteich, der unmittelbar vor der Ortschaft Buchholz und damit an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen liegt. „Auch die Tierrettung gehört zu unseren Aufgaben“, sagte Jürgen Meyer, Gemeindebrandmeister in der Samtgemeinde Mittelweser.

Nach einer Erkundung der Örtlichkeiten und vor allem der Möglichkeiten, ans Wasser zu kommen, entschied sich die Feuerwehren für einen ersten Rettungsversuch. Der Plan: In einem Schlauchboot möglichst dicht an den Schwan heranpaddeln und diesen in eine größere Kunststoffkiste zu bugsieren. Das ließ das scheue Tier nicht mit sich machen und wechselte sogar in einen anderen Kiesteich. Daraufhin entschieden die Kräfte unter der Leitung von Stolzenaus Ortsbrandmeister Michael Drübber, ein kleineres motorisiertes Boot von der Feuerwehr Petershagen anzufordern.

Schließlich gelang es gegen 14 Uhr, den Schwan einzufangen. Die Einsatzkräfte brachten den Schwan zur Artenschutzstation nach Sachsenhagen. Inwieweit sich das Tier durch die Schnur an seinem Körper Verletzungen zugezogen hatte, stand zunächst noch nicht fest.

Für die Feuerwehren kommen Tierrettungen immer wieder einmal vor. So suchte etwa die Feuerwehr Stolzenau Ende April einen vermeintlich in die Weser gefallen Hund. Die Suche verlief letztlich ohne Ergebnis.

Anmerkung der Redaktion: Der ursprüngliche Text wurde gegen eine erweiterte Fassung ausgetauscht. Die neue Version enthält weitere Informationen der Feuerwehr sowie den glücklichen Ausgang der Aktion.

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Erstellt:
20. November 2019, 12:44 Uhr
Aktualisiert:
21. November 2019, 08:42 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 07sec

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