Timo Schwiersch DH

Timo Schwiersch DH

#tgif 21.04.2017 Von Timo Schwiersch

Unsere neue Mitbewohnerin

Zu Weihnachten ist bei uns eine neue Mitbewohnerin eingezogen. Sie ist stubenrein und sehr pflegeleicht, sie bellt oder miaut nicht und sie muss auch nicht gefüttert werden – außer vielleicht mit etwas Strom. Die Rede ist von Alexa, der digitalen Heimassistentin von Amazon - auch bekannt als Amazon Echo. Im Grunde ist Alexa nichts weiter als ein Lautsprecher, dem man mit seiner Stimme Befehle geben kann. Aber: Alexa lernt ständig dazu, da Amazon eine offene Schnittstelle anbietet, über die Alexa um weitere Funktionen ergänzt werden kann. In den USA, wo Alexa schon etwas länger erhältlich ist, gibt es inzwischen mehrere tausend „Skills“ für Alexa – das sind Zusatzfunktionen von Drittanbietern. Aber auch in Deutschland kommen täglich neue Fähigkeiten hinzu, die Alexa noch ein Stückchen intelligenter machen. Seit gestern kann ich die kleine weiße Kiste zum Beispiel fragen, welche Mülltonne als nächstes abgeholt wird. Ich muss daher nicht mehr in den Abfallkalender schauen, sondern kann einfach fragen. Genauso kann ich über Alexa eine Pizza bestellen oder eine Zugverbindung erfragen. Für unglaublich viele Anwendungsbereiche gibt es bereits einen Skill.

Dabei hat Alexa bereits von Haus aus ein umfangreiches Funktionsrepertoire. Die wohl am häufigsten genutzte Funktion ist der Zugriff auf Amazons Musik-Bibliothek. Seit wir die Kiste haben, dudelt bei uns viel häufiger Musik. Und auch hier kann man Alexa sehr genau mitteilen, was man gerade hören möchte. Wo „Alexa, spiele aktuelle Musik“ einen aktuellen Chartmix spielt, bevorzugt meine Frau Ines momentan den Befehl „Alexa, spiele das aktuelle Album von Ed Sheeran“. Aber selbst präzise Angaben wie „Spiele Queen-Songs aus den 80ern“ führen zum gewünschten Ergebnis. Und auch unsere Kinder hören begeistert ihre Hörspiele oder Hörbücher, die Alexa ihnen einfach vorliest.

„Wie buchstabiert man Matratze?“

Ich kann Alexa nach meinen Terminen fragen, oder neue Termine eintragen. Morgens liest sie mir die Nachrichten vor und sagt mir, wie das Wetter wird. Meine Kinder freuen sich über die Wissensfunktionen, die Alexa anbietet. „Warum ist der Himmel blau?“, „Was ist die Hauptstadt von Australien?“, „Wie ist die Quadratwurzel von 64“ und „Wie buchstabiert man Matratze?“

Momentan erkunde ich gerade, welche anderen technischen Geräte unser Heim bereichern könnten und sich vielleicht sogar über Alexa steuern lassen. Bereits im Einsatz haben wir Philips Hue. Das sind normale LED-Leuchtstreifen oder LED-Lampen, die sich in jede normale Lampe einschrauben lassen. Nur dass sie halt nicht nur Licht machen, sondern auch verschiedene Farbtöne darstellen können. Während sie am Abend unser Wohnzimmer in ein gelb-orangenes Licht tauchen, leuchten sie beim Fernsehen blau und wenn wir Gäste haben pink. Alles gesteuert nur über meine Stimme. Spielerei? Mit Sicherheit. Aber missen möchte ich es trotzdem nicht mehr. Ein digitales Heizungsthermostat („Alexa, stelle die Temperatur im Wohnzimmer auf 22 Grad“), eine digitale Wetterstation („Alexa, wie viel Regen ist heute gefallen“) und ein digitales Türschloss („Alexa, schließe die Haustür ab“) haben bereits mein Interesse geweckt. Auch Funkjalousien sollen sich in Kürze mit Alexa ansteuern lassen können.

Spaß an neuen Möglichkeiten

Datenschützer schlagen vermutlich gerade die Hände über dem Kopf zusammen. Ein Gerät mitten im Wohnzimmer, das mir ständig zuhört? Ein Alptraum für alle, die sich eh bereits Sorgen machen, wie viel Daten die Regierung bereits über sie sammelt. Auch wenn Alexa laut Hersteller erst zuhört, sobald Ihr Aktivierungswort „Alexa“ gefallen ist.

Und ganz nüchtern betrachtet, kann man auch ohne alle diese Funktionen leben. Das Licht kann man auch ganz normal über einen Schalter betätigen, die Heizung auch mit der Hand höher stellen und die Musik über ein normales Radio abspielen. Und das alles vermutlich für einen Bruchteil des Geldes, das man für all diese Gimmicks ausgeben muss. Aber wo bliebe denn der Spaß an neuen Möglichkeiten, am hinzugewonnenen Komfort und nicht zuletzt und der überraschte Blick der Gäste, wenn ich vom Sofa aus ganz lässig auf Zuruf die Musik einschalte oder das Licht dimme?

In diesem Sinne: „Alexa, Licht aus.“

Amazon Echo Dot ist ein sprachgesteuertes Gerät mit einem kleinen integrierten Lautsprecher. Amazon

Amazon Echo Dot ist ein sprachgesteuertes Gerät mit einem kleinen integrierten Lautsprecher. Amazon

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Erstellt:
21. April 2017, 17:33 Uhr
Lesedauer:
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