Landkreis 14.04.2019 Von Die Harke

Unterstützung für die Bekämpfung des Borkenkäfers

Land Niedersachsen stellt eine Soforthilfe für geeignete Maßnahmen zur Verfügung

Borkenkäfer sind typische Käfer des Waldes und erfüllen dort eine wichtige Funktion im Ökosystem. Stehende gesunde Bäume können sich in der Regel gegen einen Befall wehren und werden folglich nicht geschädigt. In vitalen Wäldern befällt der Borkenkäfer also schon vorgeschädigte Bäume, bringt sie durch Absterben zum Umstürzen und sorgt so für Platz und Licht für die Entwicklung neuer gesunder Bäume. In einem intakten Wald kommt es also in der Regel nicht zu Massenentwicklungen des Käfers. In den vergangenen Jahren führten Stürme zu einem erheblichen Anfall von Windwurf. Die Forstbetriebe konnten diese Holzmengen trotz großer Anstrengungen nicht schnell genug aus den Wäldern entfernen. Der Windwurf bot dem Borkenkäfer gute Möglichkeiten der Vermehrung. Die extrem trockene Witterung im letzten Jahr führte dazu, dass Bäume in hohem Maße unter Trockenstress litten und so in ihrer Vitalität geschwächt wurden.

Somit konnten sie sich nicht in der erforderlichen Weise gegen einen Borkenkäferbefall wehren, so dass zunehmend auch stehendes Holz befallen wurde. Insbesondere der „Buchdrucker“ führte auch im Landkreis Nienburg zu erheblichen Schäden an Fichten. Es handelt sich um die größte Massenvermehrung des Borkenkäfers seit Jahrzehnten. Es ist nun davon auszugehen, dass sich die Waldbäume von dem Trockenstress in 2018 noch nicht vollständig erholt haben und mit einem erneuten Massenbefall durch den Borkenkäfer in diesem Jahr zu rechnen ist.

Die Untere Waldbehörde des Landkreises Nienburg weist darauf hin, dass waldbesitzende Personen im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft Maßnahmen zur Waldschadensverhütung treffen müssen. Sie sind zudem verpflichtet, Gefahren für benachbarte Waldflächen anderer Waldbesitzer durch Schadorganismen entgegenzuwirken. Waldflächen, auf denen befallene Bäume gefällt und entfernt wurden, sind weiterhin Wald im Sinne des niedersächsischen Waldgesetzes. Auf ihnen ist zum Beispiel durch Aufforstung wieder Wald zu entwickeln.

Da mit der Bekämpfung des Massenvorkommens des Borkenkäfers erhebliche finanzielle Belastungen für Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer verbunden sind, stellt das Land Niedersachsen eine Soforthilfe für geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung zur Verfügung. Hierzu gehören beispielsweise geeignete Fangsysteme und Lockstoffe. Weitere Unterstützung für schnell greifende Hilfsmaßnahmen aus Mitteln des Landes und des Bundes werden in einer Förderrichtlinie mit dem Schwerpunkt Waldschutz und Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen geregelt.

Da die Wirksamkeit der Maßnahmen zwingend von der richtigen Anwendung abhängig ist, sollten sich Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer fachlich beraten lassen. Ansprechpartner für Privatwaldflächen sind die Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, für Genossenschafts- und Kommunalforsten die jeweils zuständigen Betreuungsförster. Die Landwirtschaftskammer hat die Koordinierung und Verteilung von Fallen und Lockstoffen aus den Mitteln des Landes übernommen. „Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Betreuungsförster und/oder an die Landwirtschaftskammer Niedersachsen“, teilt die Kreisverwaltung mit.

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Erstellt:
14. April 2019, 05:14 Uhr
Lesedauer:
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