28.10.2012

Urgestein ist um Eystrup nicht bange

Nach der Fusion der Samtgemeinden: Wilhelm-Bergmann Kramer zieht eine erste Bilanz

Wilhelm Bergmann-Kramer ist seit 40 Jahren Kommunalpolitiker in der Gemeinde Eystrup. Gemeinsam mit der Harke zog er Bilanz und sprach auch über das Zusammenwachsen der Samtgemeinden Eystrup und Grafschaft Hoya. Von Horst Achtermann

Eystrup. Wilhelm Bergmann-Kramer (64) ist ein Landwirt von altem Schrot und Korn. Auf seinem Hof an der Hauptstraße in Eystrup, der nachweislich über 500 Jahre im Familienbesitz ist, stehen hauptsächlich nur noch landwirtschaftliche Geräte, die Schweinezucht ist größtenteils auf drei Stationen nach auswärts verlagert. Auch die Nachfolge ist im Hause Bergmann-Kramer gesichert. Seit 1976 führt Wilhelm Bergmann-Kramer den Hof, aber Sohn Frank steht bereit und wird den Hof übernehmen: „Das steht fest.“

Wilhelm Bergmann-Kramer ist aber auch ein kommunalpolitisches Urgestein. Seit 40 Jahren ist er für die CDU im Rat der Gemeinde Eystrup, davon sechseinhalb Jahre als Bürgermeister, als Nachfolger von Alfred Schindler (CDU), der das Amt 25 Jahre ausführte. Außerdem ist er seit 16 Jahren Mitglied im Kreistag. „Ich habe fünf hauptamtliche Bürgermeister und Gemeindedirektoren erlebt“, erinnert der Kommunalpolitiker an Hans Blumenberg, Paul Frankmölle, Hans Hermann, Jost Egen und jetzt Detlef Meyer.

„Die Wahlniederlage der CDU bei den Kommunalwahlen muss man akzeptieren, man kann es immer nur besser machen“, meint der Eystruper. Allerdings moniert Bergmann-Kramer die geringe Wahlbeteiligung. „Nur 42 Prozent der Wahlberechtigten sind zur Wahl gekommen.“ Die Zusammenarbeit im Rat unter seiner Führung sei sehr gut gewesen. „Alles, was wichtig war, haben wir einstimmig beschlossen über Parteigrenzen hinweg, ich hoffe, das bleibt auch so unter jetzt veränderten Mehrheitsverhältnissen.“

Der jahrzehntelange Kampf um die Bahnüberführung habe sich jetzt endgültig gelohnt: „Zeitweise bis zu elf Stunden pro Tag waren die Schranken geschlossen, ich weiß gar nicht, wie oft ich davor gestanden und gewartet habe“, sagt das langjährige Ratsmitglied.

Nach der Kreiseleinweihung mit Brückenanbindung über die Bahn werde jetzt am 4. November auch der Bahntunnel freigegeben. „Die nachträglich eingeplante Westtreppe wurde nach Anregungen der CDU kurzfristig in die Bauarbeiten mit eingefügt. Wir haben uns fachlich beraten lassen“, sagt Bergmann-Kramer. Die Kosten seien mit 165?000 Euro angegeben, über einen Zuschuss des Landkreises und aus Regionalisierungsmitteln in Höhe von 125?000 Euro wurde im Kreisausschuss entschieden.

In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya müsse die Gemeinde Eystrup weiter um ihre Anerkennung erkämpfen. „Beide Rathäuser müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten“, fordert der ehemalige Bürgermeister. Die Gemeinde Eystrup sei für die Zukunft gerüstet, 500 Einwohner mehr seien ein Plus für Eystrup. Der Bahnhof in Eystrup mit seinen kurzen Anbindungen nach Bremen und Hannover sei ein Anziehungspunkt für junge Familien, in der Gemeinde zu bauen.

Wilhelm Bergmann-Kramer wünscht sich, dass die Grundschule in Eystrup bleibt und alle Wünsche durch die Städtebauförderung in Erfüllung gehen. Der Heimatverein habe seine Unterstützung, ob allerdings der Güterschuppen an einer der meist befahrenen Schienenstrecke zum Kulturzentrum ausgebaut werden sollte, sei dahin gestellt.

Göbber mit seinen etwa 400 Mitarbeitern sei für Eystrup als Arbeitgeber sehr wichtig, das habe der Gemeinderat immer erkannt: „Wo wir kommunalpolitisch helfen konnten, haben wir das getan.“

Wilhelm Bergmann-Kramer sieht die restlichen vier Jahre in dieser Wahlperiode durchaus optimistisch.

„Wir sind auf einen guten Weg, die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden ist gut, und wenn wir gemeinsam im Rat an einem Strang ziehen, dann ist mir um die Zukunft von Eystrup nicht bange.“

Zum Artikel

Erstellt:
28. Oktober 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.