Nikias Schmidetzki DH

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Guten Tag 28.08.2019 Von Nikias Schmidetzki

Usutu und die heimische Amsel

Usutu ist kein Fußballer vom afrikanischen Kontinent, auch kein asiatischer Schnaps. Es handelt sich dabei um eine Tropenkrankheit, die sich immer mehr auch in Deutschland ausbreitet. Für Menschen ist der Virus nicht sonderlich gefährlich, vor allem Amseln sterben jedoch häufig daran. Nach Angaben vom NABU Niedersachsen gab es allein seit Jahresbeginn bis zum 12. August 272 tote und 112 kranke gemeldete Vögel. „Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das von Stechmücken auf Vögel übertragene Usutu-Virus zunehmend in Deutschland aus“, teilt der NABU mit. Vor allem im Hitzejahr 2018 sei eine Ausbreitung in die nördlichen und östlichen Landesteile festgestellt worden.

Übertragen wird Usutu über Stechmücken. „Der trocken-heiße Sommer 2018 war offensichtlich günstig für die Ausbreitung des wärmebedürftigen Usutu-Virus“, beurteilt Dr. Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin die Sache. Da 2019 genauso heiß ist, dabei aber deutlich feuchter und damit mückenreicher als das Vorjahr, könnte die diesjährige Usutu-Saison noch stärker ausfallen, meint Lühken. Den Höhepunkt des Vogelsterbens erwarten Vogelkundler und Virologen in den kommenden Wochen, denn die meisten Usutu-Fälle treten im August und September auf.

Da die Infektionen weder verhindern noch behandelt werden könne, appelliert der NABU, wenigstens für naturnahe Gärten und somit gute Lebensbedingungen für Amseln – und im Übrigen auch andere Vögel – zu sorgen, damit sie die Verluste durch die in unseren Gefilden neue Vogelkrankheit durch guten Bruterfolg wieder ausgleichen können.

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Erstellt:
28. August 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

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