Erneut haben sich Radfahrer in Nienburg getroffen, um mit ihrer Präsenz in der Stadt auf die Bedeutung des Fahrradverkehrs hinzuweisen. Foto: ADFC

Erneut haben sich Radfahrer in Nienburg getroffen, um mit ihrer Präsenz in der Stadt auf die Bedeutung des Fahrradverkehrs hinzuweisen. Foto: ADFC

Nienburg 05.10.2017 Von Die Harke

Verbesserungen für den Fahrradverkehr gefordert

Erneut fand die Critical Mass in Nienburg statt

Mehr Bedeutung für den Fahrradverkehr, dafür traten die Teilnehmer der Critical Mass in Nienburg vom vergangenen Freitag ein. Regelmäßig treffen sich interessierte Radler am letzten Freitag im Monat am Goetheplatz, um der Geltung des Fahrrades im Verkehrsgeschehen Nachdruck zu verleihen. Die weltweite Aktion wird im Bundesgebiet in vielen Städten durchgeführt. In Nienburg fährt die Critical Mass im dritten Jahr. Der Begriff Critical Mass (dt. kritische Masse) geht zurück auf einen Dokumentarfilm aus dem Jahre 1992, in dem das Verhalten von Zweirad- und Fahrradfahrern in China beobachtet worden war. Seinerzeit wurde festgestellt, dass ab einer gewissen Anzahl von Verkehrsteilnehmern mit Rad, der kritischen Masse, ein problemloses, sicheres Queren einer verkehrsträchtigen, aber ampellosen Kreuzung möglich ist. Verglichen wurde dieses Phänomen mit Situationen in den Niederlanden und den USA.

Im September 1992 fand die erste Critical Mass in San Francisco statt. Bei den aktuellen Aktionen in der Bundesrepublik treffen sich unorganisiert interessierte Radfahrer. Es gibt keinen festen Ansprechpartner. Über die Presse oder sozialen Medien wird zu den Treffen aufgerufen. Gemeinsam wollen die Teilnehmer auf die Probleme des Fahrradverkehrs aufmerksam machen. Eingefordert wird vor allem eine bessere Infrastruktur.

In Nienburg unterstützen [DATENBANK=1497]Die Grünen[/DATENBANK] und der [DATENBANK=1376]ADFC[/DATENBANK] die Veranstaltungen. Nach der Straßenverkehrsordnung werden für das angestrebte Fahren im Verband 16 Teilnehmer benötigt. Solch eine Fahrradgruppe fährt zu zweit nebeneinander und eng hintereinander. Verkehrsmäßig ist sie mit einem LKW mit Anhänger vergleichbar. Bei einem Ampelgrün fahren alle Teilnehmer über eine Kreuzung, auch wenn zwischenzeitlich die Lichtanlage auf Rot schaltet (ähnlich wie der Anhänger einer Zugmaschine). „Für Radfahrer und Autofahrer ist das etwas gewöhnungsbedürftig“, so [DATENBANK=1584]Berthold Vahlsing[/DATENBANK] vom örtlichen Fahrradverband. „Wir unterstützen die Aktion gern“, unterstreicht der Vereinssprecher.

Verbesserungen für den Fahrradverkehr, gerade in unserer Kreisstadt, müssen sichtbarer werden.“ Man dürfe Entwicklungen, wie beispielsweise durch den Boom bei den E-Bikes, nicht verschlafen. Verkehrsflächen müssten den neuen Anforderungen angepasst werden. Mehr Qualität für das Fahrrad bedeute für viele Verkehrsteilnehmer mehr Lebensqualität, schreibt der Verein. „Wir fordern nachdrücklich sichere und qualitativ besseren Radwege für die Stadt und darüber hinaus auch für die Kommunen der Region“, so Vahlsing. „Es finden bereits viele Gespräche statt.“ An der grundsätzlichen Ausrichtung bei der Verkehrsplanung sehe man aber noch Handlungsbedarf.

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Erstellt:
5. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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