Blick unter die Haube des wasserstoffangetrieben Firmenwagens (von links): Thomas Breer, Dr. Lorenz Kiene, Ulrike Gieger-Graßl, Jorina Asmuth, Dr. Frank Schmädeke, Gerritt Mohrlüder und Jens Asmuth. Büro Schmädeke

Blick unter die Haube des wasserstoffangetrieben Firmenwagens (von links): Thomas Breer, Dr. Lorenz Kiene, Ulrike Gieger-Graßl, Jorina Asmuth, Dr. Frank Schmädeke, Gerritt Mohrlüder und Jens Asmuth. Büro Schmädeke

Landkreis 21.09.2019 Von Die Harke

Verbrauch: ein Kilo Wasserstoff

Politik und Wirtschaft informieren sich über Wasserstoff-Mobilität

Zu einem Besuch bei JA-Gastechnologie in Burgwedel hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke eingeladen, um sich über die Möglichkeiten der Wasserstoff-Mobilität zu informieren und auszutauschen. Im Gespräch mit Gerritt Mohrlüder und den Geschäftsführern Jorina und Jens Asmuth konnten sich Ulrike Gieger-Graßl von der Klimaschutzagentur Mittelweser, Thomas Breer, Geschäftsführer der Stadtwerke Nienburg und der „Nienburg Energie“, Dr. Lorenz Kiene, Geschäftsführer der Lühmann Gruppe aus Hoya, mit Schmädeke über den Stand der Dinge und die möglichen Perspektiven einer durch Wasserstoff angetrieben Mobilität ein Bild machen. JA-Gastechnology ist nach Angaben Schmädekes führender Anbieter von schlüsselfertigen Kalibrier-Gasversorgungsanlagen, biete innerbetriebliche Tankstellen für Wasserstoffmobilität, Prüfstände für Wasserstoff-Tests inklusive den dazugehörigen Dienstleistungen und sei aktiv in Forschung und Entwicklung. Ein Blick auf den „Zero-Emission“-Firmenwagen rundete den Besuch ab.

„Wasserstoff wird ein wichtiger Teil des Energie-Mix der Zukunft sein“, betonte Dr. Lorenz Kiene. „Neben alternativen Kraftstoffen wie E-Fuels, der batteriebetriebenen Elektromobilität und Liquefied Natural Gas, wird sich Wasserstoff als Energieträger etablieren. Entscheidend ist, dass die Politik und Wirtschaft weiterhin technologieoffen bleiben, Kraftstoffe so zu entwickeln, dass sie auch für unseren ländlich strukturierten Raum in der Anwendung passen.“

Thomas Breer, der in diesem Zusammenhang eher die „Nienburg Energie“ als Partner identifiziere, brachte seine Erfahrungen aus dem Gas-Geschäft ein und erinnerte daran, dass der Versuch, ein Gas betriebenes Fahren zu etablieren, deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben sei. Hier gelte es, aus den Erfahrungen zu lernen, damit sich dies in der Wasserstofftechnologie nicht wiederhole.

„Unser Interesse ist es, grünen Strom zu erzeugen, und zwar zu Konditionen, die ihn attraktiv machen, zum Beispiel durch Erzeugung außerhalb der EEG-Umlage“, berichtete JAG-Geschäftsführer Asmuth. In anderen Ländern werde Wasserstofferzeugung gefördert und so auf einen marktgängigen Preis gebracht. Die Herausforderung sei, genügend erneuerbare Energie vorzuhalten, um den Wasserstoff „grün“ zu erzeugen. Ein Kilo Wasserstoff entspreche etwa einer Reichweite von 100 Kilometern Fahrt.

Daraus könne man errechnen, dass ein kleines Windrad bei Volllast am Tag die Energie für die Erzeugung von 360 Kilogramm Wasserstoff liefere, also 36.000 Kilometer Fahrt ermögliche. Dazu müsse allerdings das Tankstellennetz von 74 Standorten derzeit auf über 1.000 ausgeweitet werden, gab JAG-Geschäftsführer Asmuth zu bedenken.

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Erstellt:
21. September 2019, 07:18 Uhr
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