Die Verdi-Tarifkommission protestiert vor dem Nienburger Wesavi. Foto: Verdi

Die Verdi-Tarifkommission protestiert vor dem Nienburger Wesavi. Foto: Verdi

Nienburg 01.12.2020 Von Die Harke

Verdi will Wesavi länger bestreiken

Gewerkschaft erklärt Tarifgespräche mit der städtischen Bädergesellschaft für gescheitert

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Tarifgespräche mit dem Aufsichtsrat der städtischen Bädergesellschaft für gescheitert erklärt. Sie schreibt dazu in einer Pressemitteilung: „Abgekoppelt, abgesenkt, abgehängt“, so steht es auf den Schildern der Verdi-Tarifkommissionsmitglieder beim Nienburger Wesavi aus den Bereichen Badeaufsicht, Sauna, Kasse und Gastronomie.

„Keine fröhliche Weihnachten erwartet die Beschäftigten beim Nienburger Ganzjahresbad. Erneut sind sie in Kurzarbeit, und wenn es nach den Ratsmitgliedern im Aufsichtsrat geht, sollen sie für Corona zusätzlich zahlen.“

Denn während für die Kolleginnen und Kollegen bei der Stadt die tariflichen Erhöhungen gelten würden, verweigere der Aufsichtsrat den ausgehandelten Kompromiss im öffentlichen Dienst für ihre 100-prozentige Tochter.

Ruhe wird es erst geben, wenn der Geschäftsführer auch ein Verhandlungsmandat erhält und eine Einigung erzielt wird.

Volker Selent, Verdi

„Sie bekommen schon ein niedrigeres Entgelt, da die ersten Berufsjahre beim Wesavi nicht berücksichtigt werden und die Laufzeiten in den Stufen der Entgeltgruppen länger sind. Auf das geringere Entgelt kriegen sie ein geringeres Kurzarbeitergeld, wie es im öffentlichen Dienst vereinbart wurde. Jetzt sollen sie auch noch weiter in den sauren Apfel beißen, indem die Tarifeinigung bei den Kommunen nicht angewendet wird“, erklärt Volker Selent von der Verdi.

Als die Tochter von der Stadt abgekoppelt wurde, seien die Neubeschäftigten entgegen den Zusagen gegenüber dem damaligen Personalrat mit deutlich abgesenkten Niveau eingestellt worden. Erst durch den Haustarifvertrag sei die Differenz zwar nicht aufgehoben, aber verringert worden. Verdi wolle perspektivisch den Abstand weiter schmälern.

„Dies können wir auch für eine Zeit nach Corona festlegen“, so Selent. Stattdessen sollten nunmehr die Beschäftigten – statt sich anzunähern – erneut wieder abgehängt werden. Die meisten beim Wesavi seien in den niedrigeren Entgeltgruppen beschäftigt. Wenn etwas teurer wird, spüren sie es am meisten. „Mit dem Angebot von 0,5 Prozent werden sie die Preissteigerung im nächsten Jahr nicht ausgleichen können. Diese Politik ist weder sozial, christlich noch nachhaltig“, kommentiert Selent die Haltung der im Aufsichtsrat vertretenen Parteien.

Mit der Tarifkommission sei er sich einig, dass dies für die Zeit nach Corona weitere Streiktage bedeute. Selent empfiehlt Vereinen, Schulen und weiteren Nutzern sich auch nach Corona auf eine Schließung des Bades einzustellen. „Ruhe wird es erst geben, wenn der Geschäftsführer auch ein Verhandlungsmandat erhält und eine Einigung erzielt wird,“ so Selent abschließend.

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Erstellt:
1. Dezember 2020, 20:44 Uhr
Lesedauer:
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