Leckereien und Kleidung aus Nienburg: Für die Menschen im ehemaligen Ostpreußen ist es ein Segen. Nordostpreußenhilfe

Leckereien und Kleidung aus Nienburg: Für die Menschen im ehemaligen Ostpreußen ist es ein Segen. Nordostpreußenhilfe

Erichshagen 10.11.2017 Von Die Harke

Verein ist für viele die letzte Hoffnung

Pastor i. R. Dietrich Klinke berichtet von Hilfstransport ins ehemalige Ostpreußen

Acht Tage hielt sich der Erichshagener Pastor i. R. [DATENBANK=1649]Dietrich Klinke[/DATENBANK] wieder im russischen Teil des ehemaligen Ostpreußens auf, um das Umfeld für die humanitäre Hilfe zu erkunden, die Entwicklung der Verhältnisse zu studieren, Kontakte zu erneuern und die Hilfe neu auszurichten. Dazu schreibt Klinke: „Noch schafft die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft Arbeitsplätze. In Kaliningrad wird viel gebaut. Straßen werden erneuert, Hotels überholt. Aber der Substanzverlust greift um sich. Viele kleine und mittlere Betriebe werden von grassierenden Steuerforderungen des Staates aufgefressen. Grundstücke werden neu bewertet, weil der Staat ständig steigende Steuereinnahmen braucht. Ein Verkauf der Betriebe lohnt sich oft nicht, weil immer mehr Unternehmer ihre Betriebe zum Verkauf anbieten. Das Überangebot drückt die Preise in den Keller und macht auch den Verkauf unrentabel.“ Erschreckend bleibe auch die Inflation bei Lebensmittelpreisen, die konstant eine Rate von mindestens 20 Prozent halte. Der nasse Sommer habe viele Kartoffeln in den Gärten faulen lassen, sodass auch die Selbstversorgung vieler Menschen bedroht sei.

Der Besuch der kleinen Dorfschule in Dubaja Roscha habe gezeigt, mit wieviel Idealismus viele Lehrer ihrem Beruf nachgehen: „Diese kleine sauber geführte Schule ist der einzige Lichtblick für die Kinder aus den umliegenden Dörfern. Dort wohnen bis zu 70 Prozent Alkoholiker. Viele Kinder erhalten in der Schule ihre einzige warme Mahlzeit. Ein Mädchen wächst nur während der Schulzeit. Nach drei Monaten Sommerferien ist es immer genauso groß wie vorher, weil es zuhause kaum zu essen bekommt.“

Auch Besuche bei armen Familien standen auf dem Programm. „Eine Anfrage kam von der Direktorin des Sozialamtes des Rajon Nesterow/Stallupönen. Sie äußerte deutliches Interesse an der Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Hilfe für Nordostpreußen. Wie groß der Bedarf an Hilfe ist, machten ihre Zahlen deutlich. Allein im Rajon Nesterow/Stallupönen mit 16.000 Einwohnern sind über 50 Prozent der Menschen hilfsbedürftig, auch nach offizieller Lesart. Die Direktorin sagte, sie kenne den Bereich der humanitären Lieferungen. Die Ev.-luth. Hilfe für Nordostpreußen sei fast die einzige Organisation, die nach ihrer Kenntnis noch humanitäre Hilfe aus Deutschland bringe“, schreibt Pastor Klinke weiter und bittet um weitere Aufmerksamkeit und Unterstützung, damit der Verein diese notwen dige und schwierigen Aufgabe weiter erfüllen könne.

Am Donnerstag, 16. November, hält Pastor Klinke mit Mitarbeitern wieder einen Dia-Vortrag über die Fahrt und die Arbeit des Vereins. Alle Interessenten sind herzlich dazu eingeladen. Der Vortrag findet im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus Erichshagen, Wiesengrund 29, statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Spendenkonto: Ev.-luth. Hilfe für Nordostpreußen e.V., Sparkasse Nienburg, IBAN: DE03 256 501 06 00 6000 2656, BIC: NOLADE21NIB

Pastor Dietrich Klinke (rechts) hat dieser jungen Familie Kleidung. übergeben. Nordostpreußenhilfe

Pastor Dietrich Klinke (rechts) hat dieser jungen Familie Kleidung. übergeben. Nordostpreußenhilfe

Zum Artikel

Erstellt:
10. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.