Viele Fußballprofis wechseln des Geldes wegen gerne öfter mal den Klub. Foto: stock.adobe

Viele Fußballprofis wechseln des Geldes wegen gerne öfter mal den Klub. Foto: stock.adobe

Landkreis 30.08.2021 Von Philipp Keßler

Vereinstreue ist zweitrangig

Sportredakteur Syam Vogt über Wandervögel und Vereinslegenden

Vereinstreue ist im aktuellen Profifußball kein Gut von besonderer Bedeutung: So wechselte diesen Sommer beispielsweise der belgische Topstürmer Romelu Lukaku vom italienischen Meister Inter Mailand zurück zum FC Chelsea. Nach seinem ersten Pflichtspieltreffer küsste und klopfte er auf das Wappen seines neuen alten Arbeitgebers, der ihn vor wenigen Jahren nicht als festen Bestandteil des Kaders einplante und an Everton und West Bromwich Albion auslieh. Die Rückholaktion kostete die Blues rund 115 Millionen Euro.

Dass ein Spieler über Jahre oder sogar Jahrzehnte das Trikot des gleichen Klubs trägt, ist außer Mode. Zu schnelllebig ist das aktuelle Fußballgeschäft. Aber es gibt auch noch Ausnahmen: In der 2. Bundesliga hat Aues Torhüter und Kultfigur Martin Männel seine Handschuhe im Erzgebirge seit über 13 Jahren übergestülpt. Beim FC Schalke steht Keeper Ralf Fährmann seit zehn Jahren und einem Monat unter Vertrag und auch bei Werder Bremen ist es Torhüter Michael Zetterer, der vom eigentlichen Abstellgleis aus der Not geboren Werders aktuelle Nummer eins wurde – der Prozess dauerte sechs Jahre und sechs Monate. Bei Hannover 96 zeigt es eindrucksvoll, dass Kontinuität im Verein bei Spielern oder sportlich handelnden Personen nicht gegeben sind: Mit gerade einmal drei Jahren und einem Monat ist der wechselwillige Linton Maina bei den Niedersachsen am längsten im Amt und 96 im Ranking der treuesten Spieler das Schlusslicht.

Im Bundesliga-Oberhaus sind es die Routiniers, die die Statistik anführen. Ganz oben steht BVB-Legende Marcel Schmelzer (13 Jahre und ein Monat) vor Gladbachs Tony Janschke (zwölf Jahre und ein Monat) und Sprachrohr Thomas Müller von den Münchener Bayern (12 Jahre, ein Monat).

Ein Glück existiert so ein wildes Wechsel-Tohuwabohu nicht im Kreisfußball, ein paar „Wandervögel“ gibt es immer, im Schnitt hat jeder Fußballer aber nur für eine Handvoll von Vereinen gespielt. Und damit man bei den vielen Akteuren und ihren Klubs nicht durcheinanderkommt, lege ich Ihnen die zum Download erhältliche elektronische Version unseres Fußballmagazins dribbling ans Herz. Das PDF kann über die Internetseite der HARKE heruntergeladen werden. Viel Spaß beim Lesen.

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Erstellt:
30. August 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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