Ina Homfeld von den Landfrauen begrüßte Dr. Martin Bästlein. Landfrauen Bücken

Ina Homfeld von den Landfrauen begrüßte Dr. Martin Bästlein. Landfrauen Bücken

Bücken 08.11.2017 Von Die Harke

„Verlorene Zeit ist verlorenes Gehirn“

Chefarzt Dr. Martin Bästlein informierte Landfrauen in Bücken über das Thema „Schlaganfall“

Im voll besetzten Saal im [DATENBANK=1234]Gasthaus Thöle[/DATENBANK] in Bücken informierte Dr. Martin Bästlein, neurologischer Chefarzt der [DATENBANK=3287]Heliosklinik in Nienburg[/DATENBANK], die Landfrauen über das Thema „Schlaganfall“. Dazu heißt es: In Deutschland sind rund 270000 jährlich Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Das ist die dritthäufigste Todesursache. Im Krankenhaus Nienburg würden jährlich rund 800 Patienten auf der „Stroke Unit“ behandelt. Eine „Stroke Unit“ ist eine spezielle Organisationseinheit innerhalb eines Krankenhauses zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten.

Wichtig sei Information, denn informierte Patienten würden länger leben, betonte Dr. Bästlein: „Ein Schlaganfall tritt im Alter vermehrt auf. Frauen erkranken häufiger an einem Schlaganfall als Männer, da ihre Lebenserwartung höher ist. Frauen gehen in der Regel später in die Klinik und tragen deshalb oft schwere Schäden davon. Schlaganfall hat verschiedene Ursachen.

Wie bei allen Krankheiten ist Vorbeugen die beste Therapie. Denn vorbeugen ist immer besser als heilen. An erster Stelle sollte jeder seinen Blutdruck kontrollieren. Ein erhöhter Blutdruck (auch schon leichte Erhöhung) steigert das Schlaganfallrisiko um 50 Prozent.“ Weitere Ursachen seien Übergewicht, mangelnde Bewegung, Stress, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte. Auch steigere eine Herzrhythmusstörung, welche oft unerkannt sei, das Risiko.

„Wird man vom Schlag getroffen, ist Zeit das Wichtigste: Denn je schneller ein Patient behandelt wird, umso mehr können bleibende Schäden vermieden werden.“

„Wird man vom Schlag getroffen, ist Zeit das Wichtigste: Denn je schneller ein Patient behandelt wird, umso mehr können bleibende Schäden vermieden werden. Der Schlaganfall ist eine häufige Ursache für körperliche Behinderung im Alter und auch für Demenz. Wenn Symptome auftreten wie plötzliche halbseitige Schwäche, Taubheit, Lähmung (Arm, Gesicht, Bein), plötzliche Sehstörungen, Doppelbilder, schwarzer Vorhang, plötzliche Sprachstörung, plötzlicher Schwindel und Torkelgang oder plötzliche, erstmalige starke Kopfschmerzen, dann immer sofort handeln. Wählen Sie nicht den Weg über den Hausarzt sondern lassen Sie sich auch schon bei leichten Symptomen sofort in die Notaufnahme fahren. (Wenn möglich in eine Klinik mit einer Stroke Unit.) Rufen sie im Notfall die 110“, schreiben die Landfrauen weiter.

Wenn die Symptome nach kurzer Zeit wieder zurückgehen, spreche man von einer TIA. Auch dann sei eine Krankenhausbehandlung, zur Abklärung sofort notwendig. Mit einem CT könne in kurzer Zeit festgestellt werden, ob es ein Schlaganfall war. Eine Blutung müsse ausgeschlossen werden, bevor die Therapie beginne. In einem Zeitfenster von 4,5 Stunden könne man versuchen, den Thrombus (Blutgerinnsel) aufzulösen (Lysetherapie). Eine Thrombektomie (operative Entfernung eines Blutgerinnsels)) sei auch später noch möglich.

„Die Behandlung auf einer Stroke Unit und eine schnelle Rehabilitation erhöhen das Überleben um zehn Prozent. Die Sterblichkeit in den ersten acht Tagen liegt unter fünf Prozent. Nach einem Krankenhausaufenthalt folgt die Anschlussbehandlung in einer Rehaklinik. Mit viel Geduld und Mühe kann der Betroffene Verbesserungen von Schäden erzielen. Aber unser wichtigstes Ziel ist es, diese Schäden durch schnelle Behandlung zu vermeiden. Denn: Verlorene Zeit ist verlorenes Gehirn“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
8. November 2017, 21:00 Uhr
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