Sebastian Stüben DH

Sebastian Stüben DH

Verpixelt noch mal

von Sebastian Stüben

Autsch! Ein stechender Schmerz hat am Wochenende mein Knie durchzuckt, als ich unter unserem Küchentisch auf allen Vieren kleingeschnittene Brotstücke gesucht habe, die mein Sohn Emil (2) nicht essen wollte. Und die er deshalb vom Tisch auf den Fußboden gepfeffert hat. Unter meiner sensiblen Kniescheibe lag nämlich etwas, das mein Sohn Enno (5) ebenfalls vom Tisch auf den Boden befördert hat – allerdings unabsichtlich: eine Steckperle.

Was das ist? Eine Steckperle ist eigentlich ein Miniaturzylinder aus Plastik mit einem Loch – etwa in der Größe eines Stecknadelkopfes. Es gibt Steckperlen in allen erdenklichen Farben – dazu gibt es fluoreszierende Steckperlen, Steckperlen mit Glitzer und durchsichtige Steckperlen. Enno hat sie alle. Er liebt Steckperlen. Man könnte sagen, er ist im Steckperlenfieber – und seinen kleinen Bruder hat er bereits angesteckt.

Was die Kleinen mit den Steckperlen machen? Kurz gesagt: Bilder. Etwas genauer: ziemlich verpixelte Bilder – wie aus einem 80-er-Jahre-Computerspiel. Was mich zurück in meine Kindheit versetzt – aber das tut hier nichts zur Sache. Das mit den Perlen, den Mini-Zylindern, funktioniert so: Zu den kleinen Hülsen gibt es Steckunterlagen in unterschiedlichen Formen. Als Viereck, Kreis, Mond oder Auto. Auf den Unterlagen sind kurze Nadeln, auf die die Perlen gesteckt werden. Per Bügeleisen werden die Perlen nach dem Stecken erhitzt und miteinander verschweißt. Blöd nur, wenn die Perlen runterkullern. Oh Mann, tut das weh – verpixelt noch mal.

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Erstellt:
24. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

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