15.09.2013

„Verspottung“ Thema einer Ausstellung in St. Martin

Ein Mensch sitzt auf einem Stuhl, die Hände gefesselt, auf dem Kopf eine Plastiktüte. Einer schlägt zu, mit einer Peitsche in der Hand. Daneben filmt eine Frau die grausame Szene. Ein Hund, ein Kind, ein Musiker mit Tuba, ein Schläger stehen dabei. Die Figurengruppe „Verspottung“ des Bremer Künstlers Klaus Effern ist vom 17. September bis 6. Oktober in Nienburgs Martinskirche zu sehen. Am kommenden Mittwoch, dem 18. September, um 18 Uhr wird die Ausstellung mit dem Künstler eröffnet. Wer in die Martinskirche kommt, kann der Szenerie nicht ausweichen. Die sieben knapp lebensgroßen Skulpturen stellen sich dem Besucher buchstäblich in den Weg - mehrere Bänke aus dem Mittelschiff wurden eigens für diese Ausstellung entfernt. Der Bremer Künstler Klaus Effern hat mit seinen Holzskulpturen ein zeitloses Thema eindrucksvoll umgesetzt: Hohn und Spott, Folter und Erniedrigung, Mobbing, Gewalt und Voyeurismus. Man möchte gerne wegschauen und ist auch dadurch schon Teil des Geschehens. Klaus Effern bezieht sich mit seiner Figurengruppe auf das Renaissance-Werk „Die Verspottung Christi“ von Matthias Grünewald. Sein Werk stellt eine räumliche Übersetzung dessen dar, was die Evangelisten vor 2000 Jahren mit der Geschichte vom Leben, Leiden und Sterben Jesu berichteten. „Verspottung“ zeigt aber keine Szene aus der Vergangenheit: „Die Szenerie zeigt einen Mann, der schikaniert wird, wie das auch heute noch passiert“, sagt Klaus Effern. Während bei Grünewald Jesus das Opfer ist, verzichtet Effern auf religiöse Symbole. Die Ausstellung kann jederzeit zu den Öffnungszeiten der Kirche – montags bis freitags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr – besucht werden. Am kommenden Sonntag, 22. September, um 18 Uhr findet ein Segnungsgottesdienst in und mit der Skultpurengruppe statt, am Dienstag, 24. September, um 18 Uhr heißt es: Verspottung aus theologischer und künstlerischer Sicht (mit Henning Diers und Henrike Müller). Am Sonntag, dem 6. Oktober, findet um 18 Uhr ein Kunstgottesdienst mit Dr. Simone Liedtke, Theologische Mitarbeiterin im Fachbereich Kunst und Kultur im Haus Kirchlicher Dienste Hannover, statt.

Zum Artikel

Erstellt:
15. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.