Landkreis 09.11.2017 Von Die Harke

Verständnis für andere Kultur

Landkreis-Schulung „Interkulturelle Kompetenz“

Auf Einladung des Fachdienstes [DATENBANK=6210]Migration und Teilhabe[/DATENBANK] des Landkreises Nienburg sind 40 Hauptamtliche, die beruflich geflüchtete Menschen begleiten, zum Thema „Interkulturelle Kompetenz – Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten“ geschult worden. Die Teilnehmenden aus Schulen, Kindertagesstätten, Behörden und Jugendhilfeträgern erhielten von Dr. Oliver M. Piecha aus Wiesbaden zunächst eine Einführung ins Thema. Kultur sei nichts Statisches oder Unveränderbares, sie verändere sich ständig, manchmal rasend schnell und manchmal so langsam, dass sie statisch erscheine.

Geflüchtete kämen immer aus Gesellschaften im Umbruch: „Oft aus Regionen, in denen schon seit Jahrzehnten praktisch kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist. Hier gibt es vor allem eines überhaupt nicht: uralte Traditionen und eine heile, geschlossene Kultur“, sagte Piecha, der zusammen mit s Hannah Wettig aus Berlin die Seminare gestaltete.

In Übungen wurden Grundvoraussetzungen der interkulturellen Kompetenz eingeübt und konkrete Problemfälle diskutiert. Insbesondere Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Islam als Religion und Kultur seien besprochen worden. Es wechselten sich Kurzpräsentationen, Impulsreferate, Gesprächs- und Fragerunden und Kleingruppenarbeit ab.

„Ziel des Workshops war es, eine kommunikative Sicherheit im Umgang mit Geflüchteten und Zugewanderten zu vermitteln, einen Austausch über Schwierigkeiten zu ermöglichen und Antworten anzubieten. Dabei wurden auch eigene Ängste und Befürchtungen reflektiert und relativiert“, erläutert [DATENBANK=1575]Carmen Prummer[/DATENBANK], Leiterin des Fachdienstes Migration und Teilhabe.

Laut den beiden Referenten, die jahrelang im arabischen Raum gearbeitet haben, gebe es in den Ländern der Region des Nahen und Mittleren Ostens keine Tradition städtischer Autonomie oder Selbstverwaltung. Es gäbe bezeichnenderweise keine entsprechenden historischen oder repräsentativen Gebäude. Institutionen des Staates im Nahen und Mittleren Osten würden meist als korrupt und ineffizient erlebt. Das alles habe massive Auswirkungen auf das Verständnis von Eigenverantwortung, öffentlichem Raum und Bürgersinn.

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Erstellt:
9. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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