„Verwaltungsexperte, Generalist und Stratege“

„Verwaltungsexperte, Generalist und Stratege“

Festakt bei den Johannitern: (von links) Walter Busse, Hermann Fraatz und Hans Joachim Halbach. Johanniter

Mit einem Festakt wurde gestern Hermann Fraatz, ehrenamtlicher Vorstand im Johanniter-Regionalverband Niedersachsen Mitte, aus seinem Amt verabschiedet. Auf ihn folgt Walter Busse, bisher Ortsbeauftragter im Ortsverein Landesbergen. Beide Johanniter wurden in einem Gottesdienst im Stephansstift zunächst entpflichtet, eingeführt und gesegnet. Im Anschluss wurde im nahen Festsaal die Leistung von Hermann Fraatz gewürdigt, Walter Busse begrüßt und mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, von Polizei und Feuerwehr und Johannitern gefeiert, teilt die Hilfsorganisation mit.

In seiner Predigt im Stephansstift sprach Regionalverbandspastor Karl-Ludwig Schmidt von einem „großen Einschnitt“ für den Regionalverband und bescheinigte dem scheidenden Vorstand Hermann Fraatz, seine ehrenamtliche Arbeit „mit Herzblut und unglaublich viel Kraft und Einsatz“ getan zu haben. Schmidt fragte: „Wer will heutzutage schon gerne ein Diener sein?“ und gab gleich darauf eine Antwort: „Nur wenn viele Menschen füreinander da sind, können sie auch voneinander profitieren.“

Beim anschließenden Festakt würdigte zunächst Hannovers Erster Bürgermeister Thomas Hermann das jahrelange Engagement der beiden Johanniter: „Sie beide fragen nicht nur, was sie für die Gemeinschaft tun können, sie liefern auch. Ihre Arbeit war, ist und bleibt unverzichtbar.“ Michael Dette, stellvertretender Regionspräsident, bescheinigte Hermann Fraatz „große Warmherzigkeit“ und dankte ihm für sein Engagement ganz besonders in der Jugendarbeit, für das Ehrenamt und den Aufbau und Betrieb der Unterkunft für drogenabhängige Obdachlose in Hannover-Lahe.

Matthias Miersch redete weniger als SPD-Bundestagsabgeordneter und mehr als Neffe und Patensohn von Hermann Fraatz: „Es gibt die, die immer da sind und sich krumm machen. Hermann, das bist du. Wir kennen uns jetzt seit 50 Jahren und wir wissen, was wir an dir haben. Du bist unser guter Hirte. In der Familie genauso wie bei den Johannitern.“ Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe hatte ein besonderes Geschenk für Hermann Fraatz mitgebracht. Im Polizei-Archiv konnte ein handschriftlicher Lebenslauf gefunden werden, mit dem Hermann Fraatz sich 1966 für den Polizeidienst beworben hatte. Schon damals hätte man dem jungen Kollegen „Kontaktfreude, Organisationstalent und eine hohe Leistungsbereitschaft“ bescheinigt, so Kluwe anerkennend.

Mit großer Dankbarkeit wandte Hermann Fraatz sich nach den vielen Grußworten an die Gäste und erzählte erstmal, wofür er bekannt ist, einen Witz. Dann wurde es ernster: „Ich habe so viele tolle Menschen kennenlernen dürfen“, sagte der 73-Jährige, bevor er mit dem Ehrenzeichen am Bande der Johanniter-Unfall-Hilfe für seine Verdienste ausgezeichnet wurde. Hermann Fraatz sagte im Anschluss, er sei glücklich, „den am besten geeignetsten Mann“ als seinen Nachfolger gefunden zu haben. Und an Walter Busse gewandt: „Ich übergebe dir einen großartigen Regionalverband. Du hast eine schöne Aufgabe vor dir.“

Walter Busse antwortete mit der Anekdote, dass er zu Jahresbeginn bei den Johannitern ja eigentlich seinen allmählichen Rückzug aus der ehrenamtlichen Arbeit angekündigt hätte. Zwei Wochen später habe man ihm das Angebot des Regionalvorstands gemacht. Nach etwas Überlegung habe er, den Landesvorstand Uwe Beyes in seiner Rede „Verwaltungsexperte, Generalist und Stratege“ bezeichnete, zugesagt.