Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

27.08.2015 Von Matthias Brosch

Verzicht wäre besser gewesen

„Für Respekt, Toleranz, Miteinander“ – die vom ASC Nienburg initiierte Aktion hat am Mittwochabend ernsthaft Schaden genommen. Die Szenen nach dem Abpfiff des Stadtderbys sprachen für sich: Gemeinsam ein Banner für ein schönes Bild in die Kamera zu halten, dazu waren nicht alle oder viele erst nach hitzigen Diskussionen bereit. In diesem Fall wäre es das richtige Zeichen gewesen, einfach auf die Aktion zu verzichten, um zu zeigen, dass die drei Worte auf dem Banner auch eine Bedeutung für jeden Beteiligten haben müssen. Vielleicht hätte ein Verzicht den einen oder anderen zum Nachdenken über sein Verhalten gebracht. So entstand ein trauriges Bild.

Die Aktion unter dem Motto „Der Sport im Landkreis Nienburg ist für Respekt, Toleranz, Miteinander“ besaß von Beginn an ein Grundproblem: Wie kommt ausgerechnet der ASC darauf, sich an die Spitze dieser grundsätzlich lobenswerten Initiative zu stellen? Derartiges ist eindeutig eine Sache des Fußball-Kreisverbandes oder des Kreissportbundes, die für Neutralität stehen und die Interessen aller im Blick haben.

Im Bemühen um eine bessere Außendarstellung tut sich der ASC extrem schwer. Wer beispielsweise das jüngste Urteil in der Berufungsverhandlung des Bezirkssportgerichts liest, fragt sich schon, wer den Mußriede-Klub in diese ausgeschilderte Sackgasse geschickt hat, die ihm nur die Verfahrenskosten sowie Hohn und Spott einbringen.

Es gibt beim ASC aber auch Positives: „Die Rote Karte gegen Rassismus“, die seit Jahren laufende Positionierung der Fangemeinschaft „12ter Mann“, das ist eine Aktion, die von Menschen kommt, die hinter ihrer Aussage stehen und die ein Zeichen setzen, das immer nötig ist.

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Erstellt:
27. August 2015, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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