Eine bunte Palette musikalischer Beiträge hat die Nienburger Albert-Schweitzer-Schule – überwiegend zu Hause in der Freitzeit produziert – als Video zusammengestellt und dem DRK-Altenheim als Weihnachtsgruß übermittelt. Fotos: ASS Nienburg

Eine bunte Palette musikalischer Beiträge hat die Nienburger Albert-Schweitzer-Schule – überwiegend zu Hause in der Freitzeit produziert – als Video zusammengestellt und dem DRK-Altenheim als Weihnachtsgruß übermittelt. Fotos: ASS Nienburg

Nienburg 26.12.2020 Von Die Harke

Video-Grüße für DRK-Altenzentrum

Nienburger Albert-Schweitzer-Schule füllt neue Musikpartnerschaft im ersten Jahr trotz Corona mit Leben

Am Anfang stand eine Beobachtung: Obwohl das Altenzentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, fanden in der Vergangenheit nur selten Begegnungen statt.

Wäre es nicht schön und auch wichtig, regelmäßig und langfristig Kontakte zwischen Jung und Alt zu fördern? Mit der Grundidee „Musik verbindet und öffnet Herz und Tür“ wurde im Rahmen einer Facharbeit das Konzept einer „intergenerationellen Musikpartnerschaft“ zwischen dem DRK-Heim und der ASS entwickelt, denn am Nienburger Gymnasium wird viel und gern musiziert.

Im Juli hat im Rahmen der Musikpartnerschaft zwischen der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule und dem benachbarten DRK-Altenzentrum Nienburg bei einer Andacht die erste Begegnung zwischen Jung und Alt stattgefunden.

Im Juli hat im Rahmen der Musikpartnerschaft zwischen der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule und dem benachbarten DRK-Altenzentrum Nienburg bei einer Andacht die erste Begegnung zwischen Jung und Alt stattgefunden.

Jetzt hat das DRK-Altenzentrum musikalische Weihnachtsgrüße bekommen, die benachbarte Albert-Schweitzer-Schule produzierte dafür ein Video. Darüber hinaus gestalteten Kinder und Jugendliche aller Jahrgänge insgesamt 240 individuelle Karten und Weihnachtssterne für die Seniorinnen, Senioren und Beschäftigten der Einrichtung an der Rühmkorffstraße. Die Botschaft lautete: „Wir denken an Euch!“

Zwischen dem Altenzentrum und der ASS besteht seit Anfang dieses Jahres eine feste Verbindung, die ihren Ursprung in einer Facharbeit des Seminarfachkurses Chor hatte. Die angehenden Abiturientinnen Aenne Meyer, Henrike Plate, Melissa Insel und der angehende Abiturient Lonid Juretzko entwickelten seit Oktober 2019 das Konzept der Musikpartnerschaft, das regelmäßig und langfristig Kontakte zwischen den Generationen aufbauen will und seitdem von ihnen, unterstützt von ihrer Kursleiterin Antje Falldorf-Podehl, vorangetrieben wurde.

Video-Grüße für DRK-Altenzentrum
Video-Grüße für DRK-Altenzentrum
Video-Grüße für DRK-Altenzentrum
Video-Grüße für DRK-Altenzentrum
Video-Grüße für DRK-Altenzentrum

Zu Beginn der geplanten praktischen Umsetzung verhinderte die Coronavirus-Pandemie vor neun Monaten die Besuche, die der gesamte Fachbereich Musik des Gymnasiums vorbereitet hatte. Abgesagt werden mussten Auftritte der Chöre, Orchester, Solisten und singender Schulklassen. Erst im Juli stellte eine Andacht im Freien die erste tatsächliche Begegnung dar.

Die ASS-Schülerschaft überbrachte auch schon vor dieser Veranstaltung regelmäßig Post. „So bekamen die Senioren zum Erntedankfest selbst gebastelte Herbstdrachen und liebe, persönliche Botschaften von den jüngsten Schülerinnen und Schülern. Die Briefe fanden den Weg in die Herzen vieler Bewohner“, heißt es in einem Bericht auf der Homepage www.ass-nienburg.de.

„Es war unheimlich schön, zu beobachten, wie viel Positives diese Aktion hervorbringt“, sagt Falldorf-Podehl. Sie habe unter anderem beeindruckt, mit welcher Zuwendung die Karten gestaltetet wurden: „Wenn ein Zehnjähriger schreibt, ,Es ist eine schwere Zeit, aber wir müssen zusammenhalten‘, ist das schon sehr berührend.“ Pflegedienstleiterin Oldenburger bestätigte, dass die besonderen Überraschungen gelungen waren und große Freude bei den Empfängern und Empfängerinnen ausgelöst haben.

„Jetzt in der Weihnachtszeit ist die Situation für die Menschen in den Senioreneinrichtungen aufgrund der strengen Beschränkungen besonders schwierig“, führt Oldenburger aus. Sie freute sich deshalb, dass der Seminarfachkurs Chor des 13. Jahrgangs die Idee der „musikalischen Weihnachtsgrüße“ umsetzte.

Wie es sich für eine Musikpartnerschaft gehört, sollten die Weihnachtsgrüße an das DRK-Altenzentrum mit Instrumenten und Gesang übermittelt werden. Da es aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht möglich war, öffentlich aufzutreten oder vorbeizukommen, kam die Idee auf, ein kurzes Video zusammenzustellen. In der Freizeit entstand eine bunte Palette musikalischer Beiträge, die alle liebevoll geplant und umgesetzt wurden.

Am Ende zusammen fast 240 individuelle Karten erreichten die Seniorinnen und Senioren von der ASS-Schülerschaft.

Am Ende zusammen fast 240 individuelle Karten erreichten die Seniorinnen und Senioren von der ASS-Schülerschaft.

Die Jugendlichen nahmen die Lieder und Weihnachtslieder zu Hause oder auch draußen mit ihren Handykameras auf. Die Stücke waren je nach Geschmack modern oder traditionell; einige wurden sogar auf Plattdeutsch vorgetragen. Die Mädchen und Jungen sangen a cappella oder begleiteten sich selbst, zum Beispiel auf der Ukulele. Im Programm waren sogar ein selbst komponierter Song mit Musikvideo und zwei eindrucksvoll zitierte Weihnachtsgedichte.

Mit dabei waren ebenfalls instrumental vorgetragene Weihnachtslieder im Geigenduo, mit Querflöte, Akkordeon, Blockflöte oder Handglocken. Und auch eine echte Rarität gab es: „Alle Jahre wieder“ auf der Tuba. Sogar einige Familien der Jugendlichen musizierten für die Senioren und Seniorinnen, so auch ein singender ASS-Lehrer, spritzig begleitet von Frau und Kindern.

Ganz besonders süß fiel ein Video zweier ASS-Schülerinnen mit ihrer sechsjährigen Schwester an der Geige aus.

Aus all diesen Beiträgen erstellte der Abiturient Jakob Göllner einen zusammenhängenden Film. ASS-Lehrerin Antje Falldorf-Podehl ist zuversichtlich: „Er wird sicherlich auf beiden Seiten das Vorhaben stärken, die Musikpartnerschaft im Jahr 2021 mit weiteren Aktionen zu intensivieren – dann auch hoffentlich wieder mit Live-Auftritten im DRK-Heim.“

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Erstellt:
26. Dezember 2020, 15:18 Uhr
Lesedauer:
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