Der Kulturabend der ASS war ein voller Erfolg. ASS

Der Kulturabend der ASS war ein voller Erfolg. ASS

Nienburg 24.03.2017 Von Die Harke

Viel Potenzial war im Giebelsaal zu hören

Kulturabend der Albert Schweitzer Schule zeigte Freude am Singen und Musizieren

Nienburg im Jahr 1547: Der Knabenchor der noch relativ jungen Lateinschule singt unter der Leitung des Kantors und Lehrers Herrmann Krogemann in der [DATENBANK=1425]Sankt-Martins-Kirche[/DATENBANK] den Choral „Wir glauben all’ an einen Gott“. Das ist nichts Besonderes, sollte man meinen, aber offenbar hat der gesangliche Vortrag den Kirchenvätern gefallen, und man beurkundete den Chorauftritt schriftlich. Da die Urkunde aufbewahrt wurde, weiß man heute, was in der Schule vor fast 500 Jahren gesungen wurde. Seitdem hat sich vieles geändert, so auch der Name der Schule, die nun den des Arztes und Philosophen Albert Schweitzer trägt. Was sich im Lauf der Jahrhunderte allerdings nie geändert hat, war die Freude am Singen und am Musizieren. Diesen Beweis traten jetzt Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 12 beim jährlichen Musik- und Kulturabend im Giebelsaal an. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Bläsergruppe des 5. Jahrgangs unter der Leitung von Lehrerin Christina Hinzmann-Suckel, wobei es erstaunlich ist, was die jungen Gymnasiasten bereits nach einem halben Jahr Unterricht gelernt haben. Im weiteren Verlauf wurde eine interessante Mischung aus Einzeldarbietungen am Klavier oder an der Gitarre gezeigt.

Der Zwölftklässler Moritz Jüngling, ein gern gesehener Gast bei dieser Veranstaltung, beeindruckte die Zuhörer und Zuhörerinnen mit Stücken von Agustín Barrios Mangoré und Capricho Arabe, die er virtuos der auf der Konzertgitarre spielte, Aaron de Lorenzo und Naike Schlüter (beide Jahrgang 7) unterhielten die Anwesenden mit ihren Stücken von Ludovico Einaudi und Yehoma. Aber auch Eigenkompositionen wurden vorgespielt: Die Sechstklässlerin Lucy Trollope intonierte am Klavier ihr Stück „Hollywood“ und verzauberte den Saal mit ihrer Stimme. Auch wenn sie nicht sang, sondern „nur“ ihre eigenen Texte vortrug, brachte die zwölfjährige Nele Bier als junge Poetry Slammerin mit ihrer geistreichen, gereimten Geschichte „Pech für Tom“ das Publikum zum Lachen.

Colja Busch bewies eindrucksvoll, was ein talentierter Fünftklässler alles mit einem Schlagzeug anstellen kann: Er gab voll Spielfreude die Eigenkomposition „Samba Sunrise“ zum Besten. Tobias Jentsch aus der fünften Klasse rockte den altehrwürdigen Giebelsaal mit der E-Gitarre und wurde dabei tatkräftig von seiner großen Schwester Johanna (Klasse 10) an der Geige unterstützt. Sie spielten „Bad Girls“ von Nico Dezaire und zeigten, dass Hausmusik nicht langweilig sein muss.

Auch Michelle Burau ließ sich bei ihrer hörenswerten Interpretation von Rihannas „Stay“ von Aileen Hochhalter am Flügel unterstützen und man kann sicher sein, dass dies nicht der letzte Auftritt der beiden Achtklässlerinnen vor Publikum gewesen sein wird. Ein alter Hase und Star beim Musik- und Kulturabend ist Jonas Consentino aus dem zwölften Jahrgang. Er wurde dieses Jahr von Katja Klußmeyer (ebenfalls Jahrgang 12) am Flügel begleitet und sang einfühlsam das Lied „How to Save a Life“ von The Fray.

Andreas Buschs Kurs „Darstellendes Spiel“ aus dem 11. Jahrgang brachte frei improvisierte Szenen auf die Bühne und stellte skurrile, tragische oder auch lustige Alltagsmomente dar. Bewundernswert war, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler sich nicht auf das Kommende einstellen konnten und spontan auf ihre Gegenüber reagieren mussten. Einen eher artistischen Auftritt zeigte hingegen die Jonglier-AG von Lehrer Dominik Tielsch. Die Kinder waren derart geschickt beim Werfen und Fangen, dass man ihnen sogar rohe Eier statt Jonglierbälle hätte anvertrauen können.

Ruhe und ein fast kontemplativer Moment stellte sich ein, als die Bellplates-AG unter der Leitung von Diemut Eickhoff Douglas E. Wagners „Ring for Joy“ und Judy Phillips „Cantabile“ vortrug. Eickhoffs zweites Projekt, die Streicher-AG, spielte den israelischen Kanon „Schalom Chaverim“. Auch hier erkannte man die großen Fortschritte, die die Schülerinnen und Schüler, von denen manche erst seit Kurzem ein Streichinstrument lernen, in den letzten Monaten gemacht hatten. Aufgrund von Terminproblemen und Abiturvorbereitungen konnte der „große“ ASS-Chor dieses Mal nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Er ließ dem Nachwuchs eine Chance und wurde würdig von der Klasse 6c unter der Leitung von Antje Falldorf-Podehl vertreten. Gemeinsam spielten und sangen die Schülerinnen und Schüler Herbert Grönemeyers „Kinder an die Macht“ und „Renegades“ von Ambassador.

Die Bläser bildeten den Abschluss des Programms: Die Bläsergruppe des sechsten Jahrgangs spielte unterstützt durch die Klasse 6d unter der Leitung der Lehrerinnen Hinzmann-Suckel und Elisabeth Vogels einen Teil von Haydns Abschiedsymphonie, die Bläser-AG und die Bläser des sechsten Jahrgangs beendeten das Programm mit Herbie Hancocks „Watermellon Man“, einem Medley aus russischen Volksliedern und dem feierlichen „Rule Britannia“ von Thomas Arne.

Durch das Programm führten Kayleigh McManus und Caja Neumann (beide Jahrgang 10), denen es mit ihrer angenehm unaufgeregten Moderation gelang, die thematisch und stilistisch unterschiedlichsten Beiträge passend zu verknüpfen.

Für die anwesenden Eltern, Verwandten und Lehrkräfte war es wieder schön zu sehen, welch kreatives Potenzial die Kinder und Jugendlichen besitzen.

Zum Artikel

Erstellt:
24. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 27sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.