Rüdiger Seifert, Ülkü Kahraman, Emily Limp und Michael Wagner bei der Übergabe der Pässe. Julia Schubert hat mittlerweile den Wohnort gewechselt und war deshalb nicht dabei. Foto: Helios Kliniken

Rüdiger Seifert, Ülkü Kahraman, Emily Limp und Michael Wagner bei der Übergabe der Pässe. Julia Schubert hat mittlerweile den Wohnort gewechselt und war deshalb nicht dabei. Foto: Helios Kliniken

Nienburg 09.01.2021 Von Die Harke

„Viel für den Berufsalltag mitnehmen“

Verleihung der Europässe Mobilität im Helios Bildungszentrum Nienburg

Als Auszubildende im dritten Lehrjahr sind Emily Limp, Ülkü Kahraman und Julia Schubert im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ im Februar 2020, und somit kurz bevor Corona den Landkreis erreicht hatte, nach Finnland geflogen, um dort in einer Senioren- und Pflegeeinrichtung zu arbeiten.

Nun wurden ihnen von BBS-Lehrer und Projektkoordinator für die Erasmus+-Projekte Michael Wagner die sogenannten Europässe Mobilität überreicht.

Sie dokumentieren die im Ausland erworbenen Kompetenzen. Internationale Berufserfahrungen sind immer häufiger Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Daher fördert das EU-Programm Erasmus+ Auslandsaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Im Februar 2020 hatten die damaligen Auszubildenden zur Gesundheits- und Krankenpflegerin die Möglichkeit, über das Programm drei Wochen in einer finnischen Senioren- und Pflegeeinrichtung im Ort Lapua zu arbeiten.

Aufregende Zeit

Koordiniert hatte dies Michael Wagner. „Ich freue mich, auch nach diesem außergewöhnlichen Jahr einige Europässe aushändigen zu können und bedanke mich für das Engagement der jungen Frauen, ihrer Ausbildenden und dem Unternehmen. Die Teilnahme am Erasmus+-Austausch ist sicherlich ein Gewinn für die Auszubildenden, aber ohne die gute Zusammenarbeit mit den Betrieben und Ausbildungszentren wäre es nicht umzusetzen“, betont Wagner.

Für die jungen Frauen war es eine sehr aufregende Zeit. „Wir hatten die Möglichkeit, die Pflege in Deutschland und Finnland direkt miteinander zu vergleichen. Hiervon konnten wir viel für unseren Berufsalltag in der Klinik mitnehmen“, so Ülkü Kahraman. Besonders beeindruckt waren sie davon, wie modern die finnische Pflegeeinrichtung in technologischer und auch diagnostischer Hinsicht aufgestellt war.

„Es gab dort CRP-Tests, mit Hilfe derer die benötigten Blutwerte innerhalb von 30 Sekunden festgestellt werden konnten“, erzählt Emily Limp. Auch seien sie mitgerissen gewesen von der offenen und immer fröhlichen Art der Finnen. „Während wir in Deutschland einen oft sehr hektischen Berufsalltag erleben, waren die finnischen Kollegen immer entspannt. Es hat einfach Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Fremdes Land kennenlernen

Doch nicht alles haben sie nur als positiv empfunden. „Manche Aspekte der Pflege werden bei uns in Deutschland etwas intensiver durchgeführt – was natürlich auch mehr Zeitaufwand für uns Pflegekräfte bedeutet. Vielleicht liegt es daran, dass wir es so gewohnt sind, doch für die Patienten finde ich das dann trotzdem viel schöner“, erklärt Ülkü Kahraman.

Neben der Arbeit hatten die drei Frauen auch die Möglichkeit, das Land kennenzulernen. Am Wochenende haben sie Ausflüge unternommen, etwa nach Helsinki oder zum Polarkreis.

Lobende Worte für das Engagement fand Rüdiger Seifert, Leiter des Helios Bildungszentrums Nienburg: „Das Programm Erasmus+ im Rahmen der beruflichen Bildung ist eine hervorragende Gelegenheit nicht nur für Auszubildende, sondern auch für Lehrende, ihren Horizont zu erweitern und von unseren europäischen Nachbarn zu lernen. Ich kann dies nur jedem empfehlen und bin sehr froh, dass auch die Schülerinnen und Schüler unseres Bildungszentrums dies immer wieder wahrnehmen.“

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Erstellt:
9. Januar 2021, 16:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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