11.08.2013

Viel mehr als nur grillen...

SoVD-Kreisverband Nienburg hat für seine Mitglieder allein 2012 684 000 Euro erstritten

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Grillnachmittage, Tagesausflüge, mehrtägige Urlaubsreisen. Man könnte meinen, der Sozialverband Deutschland (SoVD) wäre ein fröhlicher Zusammenschluss von Menschen, die gerne Zeit miteinander verbringen. Ist er auch. Aber er ist noch viel mehr. Allein im Jahr 2012 hat Alexander Witt, hauptamtlicher Geschäftsstellenleiter des SoVD-Kreisverbandes Nienburg mit seinen rund 4450 Mitgliedern in insgesamt 18 Ortsverbänden, 684000 Euro erstritten. Geld, das der Rentenversicherer, die Krankenkasse, die Berufsgenossenschaft oder das Jobcenter den Mitgliedern sonst womöglich vorenthalten hätte. Soziale Gerechtigkeit

Der SoVD versteht sich als eine gemeinnützige Organisation, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt, parteipolitisch und konfessionell nicht gebunden ist und darum Gespräche mit allen politischen Organisationen führt.

Die Geschäftsstelle des SoVD-Kreisverbandes Nienburg befindet sich in der Moltkestraße 11. Der Sozialrechtsexperte Alexander Witt ist dort unter 05021/921630 oder alexander.witt@sovd-nienburg.de zu erreichen. Montags von 9 bis 12 Uhr können Ratsuchende ohne Termin in die Geschäftsstelle kommen. In der Regel machen 20 bis 25 Mitglieder aus allen teilen des Kreises Nienburg von diesem Angebot Gebrauch. Wer einen gesonderten Termin benötigt, bekommt ihn innerhalb von drei Wochen. Einzige Bedingung: man muss Mitglied im SoVD sein.

Der monatliche Beitrag für ein Einzelmitglied beträgt fünf Euro. Soll ein Antrag beispielsweise an den Rentenversicherer gestellt werden, kostet das noch einmal zehn Euro, für einen Widerspruch berechnet der SoVD 50 Euro, für eine Klage 100 Euro.

Wöchentliche Telefonanrufe

In 46 Prozent aller Verfahren geht es um die Rente, in 41 Prozent um Schwerbehinderung. Auf ALG II und die Berufsgenossenschaft entfallen jeweils vier Prozent, auf die Krankenkasse drei und auf die Pflegeversicherung zwei Prozent. Zunehmend zu schaffen machen den Mitgliedern die Krankenkassen. „Gerade bei psychisch Kranken ist das die Hölle, wenn die Mitarbeiter der Krankenkassen vier bis sechs Wochen nach Krankschreibung damit beginnen, die Versicherten mit Telefonanrufen zu belästigen“, so Alexander Witt. Er empfiehlt in solchen Fällen, in aller Ruhe an den behandelnden Arzt zu verweisen.

Ein großes Problem besteht nach Auskunft des Juristen auch darin, dass sich Verfahren immer länger hinziehen. „Es kommt durchaus vor, dass Menschen, die Erwerbsunfähigkeit geworden sind, vorübergehend in die Armut abrutschen, obwohl ihnen die gesetzlichen Leistungen zustehen“, so der Sozialrechtler. Andererseits wird längst nicht immer ein Verfahren oder eine Klage erforderlich. Witt: „Zum Glück kann ich häufig am Telefon schon aufzeigen, was zun tun ist, wenn beispielsweise ein Mitglied aus der Reha zurückkommt, eigentlich noch einen Arbeitsvertrag hat, in seinem alten Beruf jedoch nicht mehr arbeiten kann.“

Mitglieder werden jünger

Immer dienstags kommt auch Erika Heine in die Geschäftsstelle. Die Bad Nenndorferin ist seit fünf Jahren ehrenamtliche Vorsitzende des SoVD-Kreisverbandes Nienburg. Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Annlis Schöps, Kassenwart Berthold Lühr und weiteren engagierten Vorstandsmitgliedern hält sie den Kontakt zu den insgesamt 18 Ortsverbänden von Hoya bis Diepenau und von Rodewald bis Münchehagen. Und trägt so dazu bei, dass das eingangs beschriebene aktive Verbandsleben nicht zu kurz kommt.

„Wir sind ein gutes Team,“ betont die Vorsitzende. Zusätzlich sorgt sie dafür, dass der SoVD auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Am 31. August ist auf dem Wochenmarkt beispielsweise eine Aktion zum Thema „Inklusion“ geplant. Am 14. September nimmt der SoVD am Lungentag im Nienburger Krankenhaus teil. Und auch die Seniorenmesse des Landkreises ist ein fester Programmpunkt.

Apropos Seniorenmesse: die Mitglieder werden immer jünger. Waren sie noch vor Jahren 60 bis 65, als sie dem SoVD beitraten, sind sie heute 50 bis 55. Demnächst soll sogar eine Jugendgruppe gegründet werden.

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Erstellt:
11. August 2013, 00:00 Uhr
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