Etliche Hobbygärtner nutzten die Chance, ihr Brunnenwasser untersuchen lassen zu können. VSR Gewässerschutz

Etliche Hobbygärtner nutzten die Chance, ihr Brunnenwasser untersuchen lassen zu können. VSR Gewässerschutz

Südkreis 26.08.2017 Von Die Harke

Viel zu hohe Nitratwerte

Aktuelle Messergebnisse der VSR-Gewässerschutz für den Südkreis liegen vor

Der VSR-Gewässerschutz kritisiert, dass bei den großen gewerblichen Biogasanlagen im Gegensatz zu den Massentierhaltungen ab 2018 die den Betrieb verlassenden Stickstoffmengen immer noch nicht transparent und kontrollierbar sind. Die nun als Ergänzung zur Düngeverordnung beschlossene Stoffstrombilanz müsse nur von landwirtschaftlichen Betrieben zur Überprüfung vorgelegt werden. Damit könnten die gewerblichen Biogasanlagen weiterhin ganz legal zu einer erheblichen Belastung des Grundwassers beitragen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 152 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Neuenknick. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Seelenfeld mit 144 Milligramm pro Liter (mg/l), in Döhren mit 84 mg/l, in Hävern mit 82 mg/l, in Haselhorn mit 105 mg/l, in Maaslingen mit 87 mg/l, in Lahde mit 148 mg/l und in Frille mit 114 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird.

Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese könnten beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser müsse man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr komme, so der VSR.

Bürger, die wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind, können dem Verein auch eine Wasserprobe mit der Post zusenden. Informationen dazu erhält man auf der Homepage www.VSR-Gewässerschutz.de oder per e.Mail brunnen@vsr-gewaesserschutz.de .

Gewerbliche Biogasanlagen verfügen meistens über keine eigenen landwirtschaftlichen Flächen. Daher sei es gerade dort nötig, dass die Nährstoffe, die in den Betrieb kommen und diesen verlassen kontrollierbar sind. Aus landwirtschaftlichen Betrieben von nah und fern wird Gülle, Mais und andere Rohstoffe zur Energiegewinnung angeliefert – bereits hier ist die Menge der Nährstoffe, die in die Biogasanlage gelangen nicht klar. Die nach der Gärung anfallenden Reststoffe, sogenannte Gärreste, würden wiederum an Landwirte abgegeben und von diesen auf den Feldern zur Düngung eingesetzt. Dabei muss ab 2018 genauso wie bei Gülle die Höchstmenge von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar eingehalten werden. Das bedeute, dass die gewerblichen Biogasanlagen nun ihre Gärreste in weiter entferntere Regionen transportieren müssen. Doch der Transport seimit zusätzlichen Kosten verbunden.

Daher bestehe von den Betreibern großes Interesse, ihre Reststoffe im Umland der Biogasanlage zu vermarkten. Ohne Klarheit über die wirklichen Stickstoffmengen, die diese Anlagen verlassen, können die Landwirte auch in Zukunft zu große Mengen Stickstoff über die Felder entsorgen. Erst wenn auch der Biogasbetreiber beim Handel mit Gärresten die Nährstoffmengen angeben muss, komme es zur Transparenz, welche Stickstoffmengen auf den Feldern zur Düngung eingesetzt werden.

Deshalb muss hier schnell gehandelt und nicht die gleichen Fehler wiederholt werden“, so [DATENBANK=6089]Susanne Bareiß-Gülzow[/DATENBANK], Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz, der fordert, dass gewerbliche Biogasanlagen wie auch die landwirtschaftlichen eine Stoffstrombilanz aufstellen müssen.

„Der Bürger hat ein Recht auf sauberes Wasser“, so die VSR-Sprcherin. Da es für die Wasserversorger in der Zukunft immer aufwendiger werde, Wasser zu liefern, das den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat einhält, werden die Preise für Leitungswasser steigen.

Besonders ärgerlich sei dabei, dass viele Bürgerinnen und Bürger heute schon wegen der starken Grundwasserbelastung im Garten immer häufiger statt Brunnenwasser Leitungswasser nutzen müssen, so der VSR abschließend.

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Erstellt:
26. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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