Die Vorstandsmitglieder Ann-Sophie Wiek und Jan Niemeyer übernahmen die Moderation des Empfangs. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen

Die Vorstandsmitglieder Ann-Sophie Wiek und Jan Niemeyer übernahmen die Moderation des Empfangs. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen

Nienburg 18.01.2021 Von Die Harke

Viele Anekdoten preisgegeben

Neujahrsempfang der Grünen mit prominenten Gästen fand als Videokonferenz statt

„In diesem Jahr ist nichts wie, es sonst immer war!“ Mit diesen Worten eröffnete Mechthild Schmithüsen, Kreisverbandssprecherin von Bündnis/90 Die Grünen, den traditionellen Neujahrstreff der Partei. Denn anders als in den Jahren zuvor drängten sich nicht Besucherinnen und Besucher dicht an dicht im Kulturwerk, um bei den politischen Reden dabei zu sein und im Anschluss noch an diesem oder jenem Tisch zwanglos mit interessanten Menschen aus dem ganzen Landkreis ins Gespräch zu kommen.

„An eine solche Veranstaltung war unter Coronabedingungen ja gar nicht zu denken“, so Kreisverbandssprecher Werner Frenz in einer Pressemitteilung. Um den Neujahrstreff nicht ganz absagen zu müssen, hatte der Vorstand daher zu einer Videokonferenz eingeladen und sich für die Gäste so einiges einfallen lassen.

Nach der Begrüßung durch die Sprecherin übernahmen die Vorstandsmitglieder Ann-Sophie Wiek und Jan Niemeyer die Moderation für das eigentliche Programm. Mit Abstand am Stehtisch gab es zunächst einen nach allen Regeln der Kunst gemixten, selbstverständlich grünen Cocktail (dieser sei im Lieferumfang der Einladungsunterlagen leider nicht enthalten gewesen, wurde daraufhin von einigen Teilnehmenden als Verbesserungsvorschlag für zukünftige Veranstaltungen im Live-Chat angemerkt).

Sieben Gastbeiträge angekündigt

Sieben kurze Gastbeiträge von prominenten Politikerinnen und Politikern waren für den Abend angekündigt, einer davon wurde als Videobotschaft eingespielt die anderen sechs „Promis“ nahmen live an der Videokonferenz teil. Aber jeder Redebeitrag wurde erst aufgerufen, wenn das Auditorium anhand von kleinen bezeichnenden Anekdoten die nächste Rednerin oder den nächsten Redner erraten hatte. So erfuhr man, dass Europaabgeordneter Sven Giegold einmal gemeinsam mit Bundestagsabgeordneter Katja Keul das Personal des ausnahmsweise eigentlich von Hannover nonstop nach Bremen durchfahrenden nächtlichen ICE mit diplomatischem Geschick zu einem Zwischenstopp in Verden bewegen konnte, da beide sonst in Bremen gestrandet wären.

Jürgen Trittin wurde als „DJ-Dosenpfand“ enttarnt. Unter diesem Künstlernamen hatte er vor einigen Jahren in Nienburg bei einer rockigen „Stromwechsel-Party“ für Stimmung gesorgt. Auch Katja Keul hatte, bevor sie sich der Politik zuwandte, möglicherweise eine Karriere als Rockmusikerin im Blick. Unvergessen sei bis heute die Cover-Version von „Beds are Burning“ der Frauenrockband „Sometimes Seven“ mit Katja Keul am Keyboard.

Und Landtagsabgeordneter Helge Limburg, der wartete vergeblich auf seine Entdeckung als Fußballer-Nachwuchstalent. Immerhin prädestinierten ihn seine Fußballerqualitäten auch zum Spielmacher in der Fraktion. Da ist er nicht nur seit Jahren parlamentarischer Geschäftsführer, sondern aus gut informierten Kreisen erfuhr man, dass es für Grünen-Parlamentarier sogar (neben ja/nein) eine weitere Optionskarte gibt mit der Aufschrift „Helge soll sich drum kümmern“.

Was macht eigentlich Bärbel Höhn?

Und was macht eigentlich die ehemalige NRW-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn seit ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag? Von ihrem ehrenamtlichen Engagement beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als Energiebeauftragte für Afrika ist sonst viel zu selten die Rede – an diesem Abend war auch das einmal ganz anders. Unbedingt berichtenswert sei noch die brisante Insider-Information, dass Landtagsabgeordneter Christian Meyer, der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister, sich im Landtag nun ausgerechnet für Massentierhaltung einsetzt, indem er dort Bienenvölker ansiedelt.

Das letzte Rätsel betraf jene junge Politikerin, die als Vorsitzende der Grünen-Jugend 2019 durch ihre mitreißende Rede auf einer Delegiertenkonferenz die Herzen der Anwesenden im Sturm erobert und sich so den Sprung in den Vorstand der „Mutterpartei“ gesichert hatte. Die richtige Antwort lautete hier Ricarda Lang. Ganz offenbar eine gute Wahl, beim letzten „echten“ Neujahrstreff im Januar 2020 feierten auch die Gäste des Nienburger Kulturwerks Ricarda Lang mit Standing Ovations.

Die zwei Stunden vergingen wie Flug, und auch als das Moderatorenteam sich schon verabschiedet hatte, wären die 60 Teilnehmenden noch zum Weiter-Chatten geblieben, heißt es abschließend von den Grünen.

Weitere Infos unter www.gruene-nienburg.de.

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Erstellt:
18. Januar 2021, 16:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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