Vielleicht gehört sie dem Nachbarn

Was tun, wenn man ein fremdes Tier findet: Tierheimleiter Carlheinz Romann gibt Tipps

Drakenburg. „Plötzlich ist sie da, die fremde Katze, der fremde Hund, aber bei beiden sollte man sich unterschiedlich verhalten. Die Katze streicht schnurrend um Ihre Beine oder sitzt vor Ihnen und schaut mit großen hoffnungsvollen Augen, ob da wohl etwas Futter zu erbetteln ist. Doch nicht jede fremde Katze ist auch wirklich ein Tier in Not. Vielleicht gehört sie einem Nachbarn, der neu zugezogen ist, oder dieser hat sich seit kurzem eine Katze zugelegt, ist in Urlaub gefahren und sein Tiersitter hat das Tier entkommen lassen,“ schreibt Carlheinz Romann vom Tierheim in Drakenburg. Weiter heißt es: „Katzen sind schlau. Sie haben schnell heraus, wo es im Laufe eines Tages eine extra Portion Futter oder zusätzliche Streicheleinheiten gibt, wenn der eigene Mensch nicht zu Hause und der Katze langweilig ist. So fragen Sie bei Katzen, die Ihnen nicht bekannt vorkommen, immer erst in der Nachbarschaft nach. Vielleicht hat sie nur zwei Häuser weiter ihr Zuhause. Füttern Sie das Tier bitte nicht. Denn da, wo es einmal Futter bekommt, wird es auch erstmal bleiben und immer mehr Futter einfordern.

Sollte sich das Tier jedoch schon mehrere Tage bei Ihnen aufhalten und will nicht mehr gehen, oder macht es auf Sie einen kranken oder geschwächten Eindruck, informieren Sie auf jeden Fall sofort das zuständige Tierheim.

Ein Hund ist dagegen abhängiger von seinem Zuhause als eine Katze. Deswegen sollten Sie immer, wenn Sie einen unbekannten Hund mehrere Stunden herumstromern sehen, diese Sichtung melden. Befindet sich der Hund an einer Straße bzw. besteht Gefahr für das Tier selbst oder die dortigen Autofahrer, rufen Sie die Polizei zur Hilfe.

Rein rechtlich gehören Tiere, die aufgefunden werden, zu den Fundsachen. Wer eine zugelaufene Katze (und natürlich auch einen Hund) aufnimmt, muss diese nicht nur ordnungsgemäß beaufsichtigen und versorgen, sondern sie auch der Polizeibehörde oder dem Tierheim melden. Alles andere wäre ein Fundunterschlagung. Sie dürfen ein gefundenes Tier nicht einfach stillschweigend behalten. Eventuell wird es bereits schmerzlich vermisst. Bedenken Sie das bitte immer.

Im Tierheim wird das Fundtier zu Beginn nach besonderen Identifizierungsmerkmalen untersucht, z.B. ob es eine Ohrtätowierung oder einen implantierten Mikrochip trägt. Falls ein Tier einen Mikrochip implantiert hat (bei Hunden Pflicht und bei Katzen sehr sinnvoll) kann das Tierheim mit einem speziellen Lesegerät die Nummer ablesen und bei Tasso den Besitzer ermitteln lassen. Vor ausgesetzt natürlich, der Besitzer hat sein Tier dort unter seinen Kontaktdaten registrieren lassen. Das Tierheim Drakenburg besitzt das hochwertige i-max Lesegerät, damit auch ausländische Chips einwandfrei ausgelesen werden können. Ist ein Tier gechipt und registriert, so ist die Rückführung zu dem Besitzer also sehr einfach und schnell.

Des Weiteren wird im Tierheim der Gesundheitszustand des Fundtieres überprüft und ggf. bei Auffälligkeiten dem Tierarzt vorgestellt.

Das Tierheim Drakenburg aktualisiert seine Homepage www.tierheim-drakenburg.de nahezu täglich. Jedes zugeführte Tier wird fotografiert und mit einer Beschreibung des Fundortes online gestellt. Des Weiteren werden Fundanzeigen in den Zeitungen veröffentlicht. Auf diese Art und Weise haben viele Besitzer ihr Tier wieder schnell zurück erhalten.

Damit wir aber aktiv werden können, nochmal die dringende Bitte: Melden Sie unter den zuvor genannten Aspekten ein Fundtier immer dem Tierheim und geben Sie dem Tier die Chance, schnell in sein Zuhause zurückzukehren.“ DH

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Erstellt:
27. April 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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