Die Dorfhelferinnen Uta Hellberg, Einsatzleiterin Nelly Wendt und Silke Seemann (von links) mit den neuen Masken. Foto: Achtermann

Die Dorfhelferinnen Uta Hellberg, Einsatzleiterin Nelly Wendt und Silke Seemann (von links) mit den neuen Masken. Foto: Achtermann

Landkreis 10.05.2020 Von Horst Achtermann

Vielseitig und absolut verschwiegen

Im Landkreis Nienburg sind sieben Dorfhelferinnen im Einsatz / Dank der Landfrauen aus Hoya mit Vlies-Masken

Nelly Wendt ist Einsatzleiterin für sieben Dorfhelferinnen in der Station „An der Mittelweser“ mit Wohnort in Hassel/Weser. Gesundheit geht auch bei den Dorfhelferinnen vor, und so hat Nelly Wendt in der jetzigen Corona-Pandemie für ihre Dorfhelferinnen Baumwoll-Vliesmasken besorgt. Sie hat das Angebot der Grundschule Hoya von Rektorin Sandra Philipp-Asmus angenommen, dort haben Damen vom Landfrauenverein Hoya diese Schutzmasken an einem Wochenende hergestellt.

Das Evangelische Dorfhelferinnenwerk Niedersachsen stellt mit 25 Stationen in Niedersachsen die ausgebildeten Dorfhelferinnen ein. Diese diakonische Einrichtung (Gründung 1960) hat die Aufgabe, Familien Hilfe in sozialen Notlagen zu leisten. Dies geschieht durch den Einsatz von Dorfhelferinnen. „Und zwar überall, nicht nur in dörflichen Bereichen“, betont Einsatzleiterin Wendt.

Dorfhelferinnen sind vielseitig, können auch wenn erforderlich, im landwirtschaftlichen Betrieb Mithilfe leisten. DIE HARKE am Sonntag sprach mit Silke Seemann aus Anderten, sie ist 29 Jahre Dorfhelferin, Uta Hellberg aus Hülsen ist über 20 Jahre dabei. In der zu betreuenden Station „An der Mittelweser“ setzt Nelly Wendt die Dorfhelferinnen im Bereich Diepenau bis Haßbergen (früher Region Altkreis Hoya) ein. Sie ist Vertrauensperson nicht nur für die Dorfhelferinnen, sondern auch für die Familien.

Bezahlt werden die Helferinnen nach dem Landestarif TV L6 mit allen Sozialleistungen des öffentlichen Dienstes einschließlich zusätzlicher Altersvorsorge vom Dorfhelferinnenwerk in Hannover. Unabhängig von Konfession und Weltanschauung, sehen sie ihre Aufgabe.

Silke Seemann hat ihre Ausbildung zur Dorfhelferin in Baden/Württemberg gemacht. „Ich kann auch Melken“, sagt sie nicht ohne Stolz. Uta Hellberg hat in den Jahren ihrer Tätigkeit festgestellt, dass viel über Beziehungen läuft. Man freut sich, wenn die Arbeit Anerkennung findet. Natürlich liegen Freud und Leid nah zusammen. „Es sind Erfahrungen fürs Leben, wenn sich jemand verabschiedet und gewusst hat, dass es zu Ende geht“, erinnert Uta Hellberg.

Ziele der Dorfhelferinnen sind: Betreuung der Kinder vom Windelwechsel bis zur Hausaufgabenhilfe, Unterstützung der Familien im Haushalt zum Beispiel beim Waschen und Kochen, aber auch die Betreuung von pflegebedürftigen Personen im Rahmen der Verhinderungspflege, wobei hier die Pflegekraft nicht ersetzt wird.

Die Finanzierung des Einsatzes von Dorfhelferinnen als Haushaltshilfen leistet der Sozialversicherungsträger, der für die ausgefallene haushaltsführende Person zuständig ist. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Arzt oder die Hebamme die Erforderlichkeit per Attest feststellt. Von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen übernehmen die Dorfhelferinnen die anstehenden Aufgaben in den Familien im ländlichen oder städtischen Bereich.

Fragen zur Ausbildung, Kursdauer und Zulassungsvoraussetzungen beantwortet gerne Gitta Matthes aus dem Ev. Dorfhelferinnenseminar in Loccum unter Telefon 0 57 66 / 72 74 oder per E-Mail an dhw.seminar.loccum@evlk,de. Des Weiteren ist auch Nelly Wendt gerne bereit, Auskunft zu geben unter Telefon 0 42 54 / 5 81 13 26 oder E-Mail nelly.wendt@web.de. Weitere Informationen erhalten Interessierte zudem unter www.dhw-nds.de.

Zum Artikel

Erstellt:
10. Mai 2020, 11:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.